Sport-Stipendien im Ausland Ticket zum Studium

Im Ausland studieren, von professionellen Trainern lernen und dafür noch ordentlich Geld bekommen? Sportstipendien machen das möglich. Doch längst nicht jeder Freizeitkicker schafft es in ein College-Team.

Von Anne-Ev Ustorf

Als Teja Barkmann mit seiner Banklehre fertig war, wollte er nur noch weg; weg aus Wanne-Eickel, raus in die weite Welt - am liebsten gleich zum Studieren, möglichst in Amerika. Nur wie er beides verbinden sollte, das wusste er nicht so genau. Seine Eltern würden nicht für Flüge, Unterhalt und Gebühren an einer ausländischen Hochschule aufkommen können - schließlich studierten die beiden älteren Geschwister auch noch. Und Barkmanns Leistungen waren zwar gut, aber nun doch wieder nicht so gut, dass er Chancen auf ein Überflieger-Stipendium gehabt hätte. Also besann er sich auf seine sportlichen Qualitäten.

Barkmann spielte Fußball in der Verbandsliga beim SF Oestrich im Sauerland und hoffte, damit vielleicht etwas reißen zu können. Im Internet stieß er auf die Agentur Sport-Scholarships in Münster, die Kontakte zwischen jungen deutschen Sportlern und amerikanischen College-Trainern vermittelt. Nachdem er einen überzeugenden sportlichen und schulischen Lebenslauf eingereicht hatte, bot ihm Agenturchef Philipp Liedgens die Teilnahme an einem zweiwöchigen Fußballcamp in Florida an, das von vielen Trainern amerikanischer Hochschulmannschaften besucht würde.

Das war nicht billig: Der Camp-Aufenthalt kostete Teja Barkmann inklusive Kost, Logis, Betreuung und Visa 2950 Euro. Dafür bot Sport-Scholarship dem jungen Fußballer die Garantie auf mindestens zwei Stipendienangebote oder die vollständige Rückerstattung der Kosten bei Nichtannahme der Offerten.

Die Investition lohnte sich. Barkmann entschied sich für das Berry College in Georgia, eine private Uni mit dem drittbesten Soccer-College-Team der USA. Dort studierte er drei Jahre lang Business mit Schwerpunkt Finanzwirtschaft, unterstützt durch ein Vollstipendium, das Gebühren, Unterkunft und Verpflegung abdeckt. Und er spielte Fußball für die College-Mannschaft.

Im Ausland studieren, dafür ordentlich Geld bekommen und dazu noch intensiv seinen Lieblingssport betreiben - besser geht's nicht für ambitionierte junge Athleten. Mehrere Agenturen vermitteln Sportstipendien in den USA oder Kanada, beim Anbieter Sport-Scholarships sind es ungefähr 150 pro Jahr. In Nordamerika sind die Hochschulmannschaften - anders als in Deutschland - ein Aushängeschild für die Unis. Sie verfügen über stattliche Budgets, mit denen sie professionelle Trainer anheuern und talentierte Athleten unterstützen können.