Walter Mixa "Wir haben ihn nicht eingeladen"

Augsburgs Ex-Bischof Walter Mixa wird seinen Ruhestand in einem Franziskanerinnen-Kloster verbringen - die Nonnen sind jedoch nicht sehr begeistert. Über die Küchennutzung und andere Details muss sich die neue Wohngemeinschaft noch verständigen.

Der zurückgetretene Bischof von Augsburg, Walter Mixa, wird seinen Ruhestand in einem Frauenkloster verbringen. Im Kloster der Maria-Stern-Schwestern in Fünfstetten (Landkreis Donau-Ries) wird Mixa zwei Zimmer von zirka 50 Quadratmetern beziehen.

Walter Mixas Nachbarinnen in spe äußerten sich über den Zuzug jedoch wenig begeistert. Es habe eine Diskussion gegeben, sagte Provinzvikarin Schwester Beda Rauch der Hamburger Morgenpost. "Wir haben ihn nicht eingeladen", die Nonnen seien gebeten worden, ihn bei sich aufzunehmen.

Nach Mixas Urlaub sieht man weiter

Das Kloster ist Altersruhesitz für 13 Nonnen. Außerdem wohne noch ein weiterer Geistlicher dort, der blind sei. Auf die Frage, ob Mixa im Kloster mithelfe solle und die Kloster, sagte Schwester Beda: "Das Versorgungsproblem ist noch ungelöst. Er fährt im August erst mal in Urlaub, danach wissen wir mehr." Eines wird Mixa in Fünfstetten aber nicht: predigen. "Es ist nicht geplant, seine Seelsorge in Anspruch zu nehmen."

Mixa steht es nach Angaben des Ordinariats frei, Aushilfen in der Seelsorge anzunehmen und Sakramente wie Firmungen zu spenden. Das habe ihm der Papst ausdrücklich zugebilligt. Mixa war nach Prügelvorwürfen aus seiner Zeit als Stadtpfarrer in Schrobenhausen im Mai von seinem Amt zurückgetreten. Als Nachfolger hat der Papst den Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa berufen, der im Oktober in Augsburg in sein Amt eingeführt werden soll.

Nach Angaben des Kultusministeriums erhält Mixa rund 70 Prozent seiner früheren Bischofsbezüge als Ruhestandsgeld. Das sind brutto etwa 5400 Euro - plus einer Aufwandsentschädigung als früherer Militärbischof.

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