Vergewaltiger in Kempten verurteilt Vater missbrauchte Tochter jahrelang

Die Schülerin war zwölf Jahre alt, als sich ihr Vater das erste Mal an ihr verging. Nun hat das Landgericht Kempten den Mann zu zwölf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Das Landgericht Kempten hat einen 45-Jährigen wegen vielfacher Vergewaltigung seiner ältesten Tochter verurteilt. Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, wurde zudem Sicherungsverwahrung für den Mann angeordnet. Die Schülerin war zwölf Jahre alt, als sich ihr Vater das erste Mal an ihr verging. In den Jahren 2006 bis 2011 soll er sie immer wieder in der gemeinsamen Wohnung in Lindenberg im Landkreis Lindau missbraucht haben.

Laut Anklage setzte der Mann seine Tochter zunächst unter Druck, indem er ihr nur dann erlaubte, nach draußen zu gehen und mit ihren Freundinnen zu spielen, wenn sie zuvor den Geschlechtsverkehr mit ihm über sich hatte ergehen lassen. Als die Tochter begann, sich gegen die sexuellen Übergriffe des Vaters zu wehren, soll er sie auch körperlich misshandelt haben. Unter anderem soll er das Mädchen mehrfach ins Gesicht gebissen und es mit einem Duschkopf geschlagen haben.

Darüber hinaus misshandelte er den Ermittlungen zufolge die Tiere seiner Tochter, um sie gefügig zu machen. So soll er unter anderem ihren Hund geschlagen und ihren Hasen getötet haben. Der Angeklagte schwieg während des Prozesses zu den Vorwürfen.

Die Mutter des heute 18-jährigen Mädchens war zur Tatzeit bereits von dem Mann geschieden und lebte mit den beiden jüngeren Töchtern von ihm getrennt. Vor dem Landgericht schilderte sie, wie sie selbst jahrelang unter ihrem Ehemann gelitten habe und von ihm vergewaltigt, misshandelt und bedroht worden sei. Später habe die Tochter ihre Rolle übernehmen müssen. Das Mädchen wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen.

"In seinen Augen sind Frauen nur Schlampen", sagte die Ex-Frau und bezeichnete den Angeklagten als unbeherrscht, gewalttätig und sexbesessen. Aus Angst, ihr Mann könne sie und die Kinder umbringen, habe sie sich viele Jahre lang nicht zur Wehr gesetzt und keine Anzeige erstattet.

Nach der Scheidung habe das Jugendamt die älteste Tochter in eine Pflegefamilie gegeben, bis der Vater sie schließlich zu sich holte. "Sie war der Meinung, dass ihr Vater der Retter ist, der sie aus der Pflegefamilie holt", sagte die Mutter und warf ihm vor, das Kind in dieser Zeit manipuliert zu haben. "Er hat ihr gesagt, ich hätte die Familie kaputt gemacht."