Die Bauern und die CSU verstehen sich nicht immer gut - nun hat ein Abgeordneter die Wut einer Bäuerin direkt zu spüren gekriegt.
Die Bauern und die CSU, die sind ja in letzter Zeit schon öfter aneinandergeraten. So sprichwörtlich wie am Montag im oberpfälzischen Trautmannshofen (Landkreis Neumarkt) allerdings noch nicht. Da hat eine Bäuerin dem CSU-Bundestagsabgeordneten Alois Karl kurzerhand eine Kanne Milch drübergeschüttet. Der hat ihr daraufhin eine geschmiert. "Die hat eine Watschn gekriegt", bestätigte Karl später der SZ. Sehr reumütig zeigte er sich nicht, schließlich sei das nicht aus Vorsatz geschehen, sondern eine "reflexartige Handlung" gewesen.
Bild vergrößern
Unsanft erwischt: Eine Bäuerin hat Alois Karl mit etwa zehn Litern Milch übergossen. (© Foto: dpa)
Anzeige
Aber von vorne: In Trautmannshofen wurde am Wochenende die Marienkirchweih gefeiert, eines der großen traditionellen Feste in der Oberpfalz. Mit einer politischen Kundgebung sollte die Veranstaltung am Montag enden und Vertreter des Bundes deutscher Milchviehhalter (BDM) waren zum Demonstrieren gekommen.
Bereitwillig habe er sich wieder aus dem Zelt holen lassen, erklärte Karl, um mit den Bauern zu diskutieren. Es habe Meinungsverschiedenheiten gegeben, aber das Gespräch sei "nicht sehr ruppig" verlaufen, sagte der 58-jährige frühere Neumarkter Oberbürgermeister.
Dann habe ihn die 40-Jährige ohne Vorwarnung mit Milch übergossen. Etwa zehn Liter sollen es nach Angaben der Polizei gewesen sein. Er verstehe ja, dass die Bauern in einer verzweifelten Lage seien, sagte Karl, "aber was zu viel ist, ist zu viel". Man dürfe hierbei nicht Täter und Opfer verwechseln. Und wenn die Landwirte jetzt auch noch die CSU verprellten, dann hätten sie bald noch weniger Verbündete. Eine Strafanzeige habe keiner der Beteiligten gestellt, teilte ein Polizeisprecher mit.
(SZ vom 15.9.2009/vw)
Kuriose Schilder (4)
Die neueste Antwort
Zugegeben, ein allzu feiner Zug von Herrn Karl war das nicht, aber um ganz ehrlich zu sein: Wenn mir jemand 10 Liter Milch über den Kopf schüttet, könnte ich mir schon auch vorstellen, daß es eine reflexhafte Watschn setzt. Oder wie hätte die Dame reagiert, wenn ihr jemand 10 Liter Milch über den Kopf schüttet?
Was hat die Dame denn erwartet? Das er zum heulen anfängt und noch mehr Subventionen verspricht?
Das nenn ich richtig!
Die Bäuerin hat gemerkt, dass sie mit normalen, verbalen Attacken keinen Erfolg hat!
In Deutschland müßten noch viel mehr Leute so handeln, wie die Bäuerin, denn die Politiker scheinen - Korruption und Abbau des Sozialstaates zu Lasten der Bürger - keine andere Sprache mehr verstehen.
Jetzt spüren die Bauern einmal, wie das ist, wenn man den Job verliert - wie viele abhängig Beschäftigte in Deutschland, die tagtäglich um ihre Existenz bangen.....vorher hatten viele Bauern für diese Leute nur ein müdes Lächeln übrig....
Wenn die Bürger in Deutschland zusammenhalten würden, würden sich die Politiker nicht mehr trauen, zurückzuschlagen und die Bürger so schamlos auszunehmen!
Also: Bei der nächsten Demo nicht auf dem Sofa hocken bleiben und daran denken: Wir sind das Volk!
Ich konstatiere ein bei Ihnen doch vorhandenes Differenzierungsvermögen. Quod licet pira, non licet tappy .. oder wie der Bayer sagen würde "Was dem Pira erlaubt ist, darf der Tappy noch lang nicht". Wenn Sie versprechen dieses Differenzierungspotential auch bei anderen Themen zur Anwendung zu bringen, dann lasse ich mich hier jetzt widerspruchslos maßregeln.
""Näher am Volk"" ist sie ja die CSU!
"Was den bayrischen Wenn-ich-zuschlag-ist-der-andere-schuld-Reflex angeht" Genau den hat die Bäuerin angewendet, und siehe da, er wirkt, wie man an Ihrer Einlassung wunderbar studieren kann. Was allerdings in diesem Zusammenhang der Hinweis auf die CSU soll, erschließt sich nicht unbedingt. Die CSU steht für vieles in Bayern, aber sie für die fehlende Kinderstube der milchschüttenden Landfrau veranwortlich zu machen, geht dann doch zu weit und zeugt allenfalls von unrealistischen, auf die CSU bezogenen Allmachtsphantasien.
Paging