Mängel im Atomkraftwerk Bund bestätigt Probleme in Temelin

Tschechiens Atomaufsicht SUJB hat Probleme mit Schweißnähten im Atomkraftwerk Temelin eingeräumt. Es seien "mit Mängeln behaftete Schweißnähte" entdeckt worden, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Grünen-Bundestagsfraktion. Sie beträfen den Sekundärkühlkreislauf des Reaktors, der nahe der bayerischen Grenze steht. Dieser Kreislauf kommt nicht direkt in Berührung mit den Brennstäben, ist aber elementar für den sicheren Betrieb. Wie im anderen tschechischen AKW Dukovany habe es auch hier "Unregelmäßigkeiten bei Röntgenaufnahmen" gegeben, schreibt das Bundesumweltministerium unter Berufung auf die SUJB. Die Antwort liegt der SZ vor.

Im vergangenen Jahr standen drei der vier Dukovany-Blöcke still, nachdem sich bei Röntgenaufnahmen Fehler an den Schweißnähten gezeigt hatten. Einige der Aufnahmen mussten wiederholt werden. Sie waren so undeutlich, dass sie die Schwachstellen verbargen. Auch der Vorwurf einer systematischen Fälschung steht seither im Raum. Es liege "in der Verantwortung der tschechischen atomrechtlichen Aufsichtsbehörden, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen", heißt es in der Antwort des Ministeriums.

Das dürfte auch die " gefilterte Druckentlastung" in Temelin und Dukovany betreffen - die es "nach Kenntnisstand der Bundesregierung" in beiden AKW nicht gibt. Im Fall eines schweren Atomunfalls sorgt sie dafür, dass der Druck im Reaktorinneren nachlässt. Der Filter verhindert dabei, dass radioaktive Gase entweichen. Spätestens seit dem Unglück in Fukushima gilt das weltweit als Standard. "Darauf zu verzichten ist ein dicker Hund und das Gegenteil von anständiger Sicherheitskultur", sagte die Grünen-Politikerin Sylvia Kotting-Uhl. Der Bund müsse auf eine Nachrüstung bestehen.