Klinik rudert zurück Mollath bleibt vorerst in Bayreuth

Schwierige Suche nach der Wahrheit

Seit fast sieben Jahren sitzt Gustl Mollath in der Psychiatrie, jetzt hat das OLG Nürnberg beschlossen: Das Verfahren um angebliche Körperverletzung und dunkle Bankgeschäfte wird wieder aufgenommen. Angefangen hat das Drama schon im August 2001. Eine Chronologie des Falls. mehr...

Die Bezirksklinik Bayreuth wollte Psychiatriepatient Mollath in eine andere Klinik verlegen - weil das Vertrauensverhältnis fehle. Nun rudert die Klinik zurück. Auf Anraten der Staatsanwaltschaft.

Von Olaf Przybilla

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg hat der Bezirksklinik Bayreuth davon abgeraten, Gustl Mollath in die geschlossene Psychiatrie nach Ansbach zu verlegen. Als zuständige Vollstreckungsbehörde habe man das Klinikum darauf hingewiesen, dass eine Verlegung nur mit dem Einverständnis Mollaths erfolgen sollte, sagte eine Sprecherin. Mollaths Anwälte hatten heftig gegen eine Verlegung protestiert.

In Bayreuth, argumentieren sie, habe Mollath lange für ein Einzelzimmer gekämpft. Den 56-Jährigen, der in naher Zukunft auf ein Wiederaufnahmeverfahren hofft, jetzt zu verlegen, sei verfassungswidrig, da auch untergebrachte Personen ein Recht hätten, nicht beliebig aus ihrer Umgebung herausgerissen zu werden.

Die Bezirksklinik Bayreuth ruderte am Donnerstag zurück. Es solle nicht "auf Biegen und Brechen versucht werden", Mollath zu verlegen, sagte der Direktor der Bezirksverwaltung, Rudolf Burger. Eine Verlegung nach Ansbach scheide inzwischen aus, andere Möglichkeiten würden noch geprüft.