Insolventer Medienhändler Dritte Entlassungswelle bei Weltbild

Bei Weltbild sollen weitere Stellen abgebaut werden.

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Der insolvente Weltbild-Verlag streicht in einer dritten Entlassungswelle 100 weitere Stellen - als Voraussetzung dafür, dass der Münchner Finanzinvestor Paragon den Übernahmevertrag unterschreibt.

Von Katja Riedel und Stefan Mayr, Augsburg

Die Weltbild-Verlagsgruppe plant im Zuge der Übernahme durch den Münchner Finanzinvestor Paragon eine dritte Entlassungswelle. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung will sich der insolvente Medienhändler noch im Mai von mindestens 100 weiteren Mitarbeitern trennen.

Wie aus gut informierten Kreisen verlautet, ist dies die Voraussetzung dafür, dass Paragon den Kaufvertrag unterschreibt. Bislang hatten sich Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und die künftigen Mehrheitsgesellschafter nur auf einen Vorvertrag geeinigt. Geiwitz' Sprecher wollte dies am Dienstag nicht kommentieren. Weil Weltbild in eine neue Gesellschaft überführt wird, gilt danach ein Jahr lang Kündigungsschutz.

Intern fürchtet mancher, dass er anschließend seinen Arbeitsplatz verlieren könnte. Bisher gibt es bei Weltbild zum Beispiel in der Logistik keine Leiharbeit, anders als bei vielen Konkurrenten, die so saisonale Spitzen abfangen.

Die Insolvenzverwaltung bestätigte, dass Weltbild sein repräsentatives Verwaltungsgebäude im Augsburger Osten verlassen wird. Den Mietvertrag für den verglasten Rundbau hat der Versandhändler zum 31. Juli gekündigt. Die Weltbild-Zentrale zieht nun in das Gebäude der Deutsche Papier Vertriebs GmbH in unmittelbarer Nähe des aktuellen Standorts. In allen anderen Gebäuden (Logistikzentrum und weitere Bürogebäude) soll Weltbild voraussichtlich bleiben.

Was aus dem bisherigen Gebäude werden soll, ist noch völlig unklar. "Wir prüfen alle Optionen", sagt eine Sprecherin der Eigentümerin Delta Lloyd AG. Die Deutsche Papier wird ebenfalls umziehen, aber mit ihren 60 Mitarbeitern in Augsburg bleiben.