Alpenländische Gerichte mit dem gewissen Etwas

Haderbräu, Wolfratshausen / Veröffentlicht am , im Ausflugsziele München & Bayern

Viel edles Holz und gemütliche Nischen: das Haderbräu in Wolfratshausen.

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Wolfratshausen ist kulinarisch für jenes Frühstück bekannt, bei dem der Ehrenbürger Edmund Stoiber anno 2002 Angela Merkel die Kanzlerkandidatur abschwatzte und -schmatzte. Seitdem denkt man bei der Flößerstadt an Brot und Marmelade, nicht an die französische Spitzenküche, die der Sternekoch Dieter Maiwert hier einst in der Altstadt einführte.

Einige unglückliche Pächter später bringen Maximilian und Nadja Plötz wieder die gehobene Gastronomie in das 450 Jahre alte Haderbräu (gegründet als Brauerei für das Stift Beuerberg) zurück. In den Stuben mit viel edlem Holz, gemütlichen Nischen und einem denkmalgeschützten Kachelofen aus dem 17. Jahrhundert genießt man alpenländische Gerichte mit dem gewissen Etwas, bisweilen mediterran oder asiatisch interpretiert.

Zum Beispiel zarten Tafelspitz in der Senfkruste oder Zanderfilet mit Zwiebel-Honig-Marmelade und Rote-Beete-Kartoffeln. Auch auf der Terrasse im Garten zum Schlossberg hin werden, begleitet vom Duft der Glyzinien, saisonal ausgerichtete Hauptspeisen, Brotzeiten (Tiroler Bergschinken) und Desserts wie die himmlischen Dukatenbuchteln in anständigen Portionen serviert.

Der "Guide Michelin" hat dem Jaques-Puisais-Preisträger Maximilian Plötz mehrmals mit dem "Bib Gourmand" für "sorgfältig zubereitete und preiswerte Mahlzeiten" ausgezeichnet. Das Wirtepaar tischte auch schon im Restaurant im Berliner Reichstag auf - Politiker von Rang und Namen können in Wolfratshausen also wieder mehr als frühstücken.

Haderbräu-Stuben, Untermarkt 17, 82515 Wolfratshausen, Mo. 18-22 Uhr, Di.-Sa. 11.30-15 und 18-22 Uhr, So. Ruhetag, Telefon 08171/4804951, www.haderbraeu-wolfratshausen.de

Text: Michael Zirnstein; Foto: oh