Georg Häfner wird selig gesprochen Zu Tode gequält

Den Widerstand gegen das Nazi-Regime bezahlte er mit seinem Leben: Monatelang quälten Georg Häfner die Aufseher im KZ Dachau. Nun wird der Würzburger Priester in einem Festgottesdienst selig gesprochen.

Von Frederik Obermaier

Georg Häfner starb einen langsamen Tod. Monatelang quälten ihn die Aufseher im Konzentrationslager Dachau. Der Priester aus Würzburg ertrug es - und betete. Am 20. August 1942 war er tot. Er wurde 41 Jahre alt. Häfner bezahlte seinen Widerstand gegen das Nazi-Regime mit seinem Leben. Ein christlicher Märtyrer, befand Papst Benedikt XVI. im Jahr 2009. Am Sonntag wird der Nazi-Gegner nun in einem Festgottesdienst im Würzburger Dom selig gesprochen. Das Bistum erwartet rund 2000 Gläubige, der Bayerische Rundfunk berichtet live.

Häfner wurde am 19. Oktober 1900 in Würzburg geboren. Mit 20 Jahren trat er in den Karmeliter-Orden ein und gab sich den Ordensnamen "Aloysius vom heiligsten Sakrament". 1924 wurde er zum Priester geweiht und übernahm die Pfarrgemeinde Oberschwarzach im Landkreis Schweinfurt.

Eigentlich ein eher unpolitischer Mensch, bot der einfache Ortspfarrer den Nazis mutig die Stirn. So verweigerte der Pfarrer den Hitlergruß und wurde dafür bestraft. Er bekam Schulverbot, hielt sich jedoch nicht daran. Am 31. Oktober 1941 holte ihn schließlich die Gestapo ab. Häfner habe die Bevölkerung aufgehetzt und damit die "innere Front geschwächt", beschuldigten ihn die Nazi-Schergen.

Konkret warfen sie ihm vor, einem exkommunizierten NSDAP-Mitglied die Sterbesakramente gespendet zu haben und den Kircheneintritt des sterbenden Nazis im Sonntagsgottesdienst verkündet zu haben. "Für mich war maßgebend, dass sich der Tote mit der Kirche ausgesöhnt hatte und nunmehr kirchlich beerdigt werden konnte", gab Häfner zu Protokoll.

Der Pfarrer wurde sechs Wochen lang verhört, zu einem Gerichtsverfahren kam es nicht. Die Gestapo schickte ihn am 12. Dezember 1941 ins KZ Dachau.

Aus Pfarrer Häfner wurde Häftling Nummer 28876. Der 41-Jährige sah die Haft als Prüfung Gottes, als seine Passion. "Es ist vom Herrgott bestimmt, dass ich den Kreuzweg weiter gehe", schrieb er seinen Eltern. Von seinem Leiden erzählte er ihnen nichts. "Er wurde mehrfach mit Fäusten traktiert, bekam Kinnhaken, so dass er blutete und zu Boden stürzte", beschreibt ein Mithäftling das Martyrium.

Am Morgen des 20. August, um 7.20 Uhr, starb Häfner. Sein Leichnam wurde verbrannt. Die Urne Georg Häfners wurde im Würzburger Hauptfriedhof beigesetzt und 1982 in die Kiliansgruft der Neumünsterkirche in Würzburg umgebettet. Die Asche Häfners ruht nun direkt neben den Gebeinen der drei heiligen Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan.