Der Rest der Republik hielt die Bayern für größenwahnsinnig, doch unter FJS wurden der Grundstein für den technologischen Erfolg gelegt, auch mit Hilfe seiner Spezln.
Was wäre, wenn Franz Josef Strauß heute leben und politisch agieren würde? Er hätte den Transrapid durchgeboxt, die Landesbank hätte nicht vier Milliarden Euro in den amerikanischen Sand gesetzt und er wäre ein glühender Verfechter der Atomenergie - davon sind seine politischen Weggefährten überzeugt.
Franz Josef Strauß wollte mit aller Macht ein modernes Bayern schaffen. (© Foto: Reuters)
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"Wir hätten eine riesige, aber wichtige Auseinandersetzung um die Kernkraft", sagt Otto Wiesheu, unter Strauß CSU-Generalsekretär und später bayerischer Wirtschaftsminister. Wiesheu bezweifelt sogar, dass die deutsche Stromwirtschaft die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf aufgegeben hätte, wäre Strauß nicht an jenem 3. Oktober 1988 plötzlich gestorben.
Nur acht Monate später musste Nachfolger Max Streibl das überraschende Aus für Wackersdorf hinnehmen. Vermutlich hat der Protest Tausender Demonstranten die Industrie nicht so verunsichert wie der Tod eines ihrer wichtigsten Förderer.
Wie seine Vorgänger wollte der CSU-Vorsitzende Strauß mit aller Macht ein modernes Bayern schaffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Land noch ein Agrarstaat, 30 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft. Dann kam Strauß.
"Ein paar Gespräche bei Quandt", dem Besitzer von BMW, so erzählt es Wiesheu, und der Konzern stieg beim Goggomobil-Hersteller Glas in Dingolfing ein und baute eine Fabrik in Regensburg. Dann hatte man noch das Glück, dass große Konzerne wie Siemens und die Allianz das mitten in der DDR gelegene, unsichere Berlin verließen und ihre Zentralen nach Bayern verlegten.
Bayern übertreibt
Beim Umkrempeln des Staates verfolgte die CSU eine Doppelstrategie, die immer noch Bestand hat: "Konservativ und an der Spitze des Fortschritts", wie es Strauß einmal formulierte. Roman Herzog verdichtete das Diktum zur griffigen Formel "Laptop und Lederhose".
"Im Wettbewerb mit den anderen Bundesländern müssen wir beim Strom günstiger sein"lautete das Credo von Strauß. Für ihn hieß die Lösung: Atomkraft. Bereits als Atomminister im Kabinett Konrad Adenauers hatte ihr Strauß den Weg geebnet. Der Vertrag für das Garchinger Atom-Ei trägt seine und Wilhelm Hoegners Unterschrift.
Noch heute werden mehr als 60 Prozent des bayerischen Energiebedarfs in Kernkraftwerken erzeugt - hier liegt Bayern gemeinsam mit Baden-Württemberg an der Spitze der Bundesländer. Und in Ingolstadt entstand eine riesige Raffinerie für die Ölpipeline aus Italien.
Musterschüler Strauß setzte sich für eine gute schulische Bildung ein, es entstanden Gymnasien auf dem Land, die Universitäten wurden ausgebaut. In kleineren Städten wie Bayreuth, Passau, Bamberg entstanden nun Hochschulen, oft gegen den Widerstand der Bürger, die sich in den Siebzigerjahren vor "den Langhaarigen" fürchteten. "Bayern übertreibt", schrieben damals die Magazine Spiegel und Stern, "in zehn Jahren wird kein Student mehr in den Hörsälen sitzen."
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Strauß mit seinen Hobbys Politik machte.
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Nee, is klar, wohin reiner "Willen" ohne Grundlage und vor allem Unterstützung führt, hat man ja bei Frau Pauli und ihrem Willen zu einer irgendwie ganz ganz neuen und ganz ganz ehrlichen Politik (aka "Ehe auf Zeit", usw) gesehen. Zu rein gar nichts außer billigen Boulevard-Bildchen und schrillen Provokationsversuchen.
Es wird auch immer jew. Gegner geben, die ihnen unliebsame Interessengruppen mit dem vermeintl. Tabustempel des "Lobbyismus" abzutun versuchen, witzigerweise ohne zu realisieren, dass sie spätestens ab diesem Zeitpunkt selbst zu einer Art Gegen-Lobby geworden sind.
Insofern braucht es einfach Macher wie FJS mit Verbindungen und dem ausdrücklichen Willen, etwas zu bewegen, um derart große Projekte anzustoßen. Zauderer, Dauerabwäger und Berufsbedenkenträger sind dann nur noch für die Klein- und Verwaltungsarbeit zu gebrauchen - und das auch nur, wenn sie jemanden "zur Permanentbetreuung" an ihrer Seite haben.
... , daß es einen Franz-Josef-Strauß gab und eine CSU gibt. Ohne diese Kombination von Vision, Einbindung und auch manchmal brachialer Durchsetzungskraft wäre Bayern nicht der strahlende Stern im Süden, die bei den nichtbayerischen Bundesländern und Mitbürgern, vor allem wenn eine SPD oder gar Linke in der Regierungsverantwortung steht, diesen wiederlichen Neid- und Gleichmacherreflex hervorruft.
oder anders ausgedrückt: nicht nur im krieg und in der liebe, sondern auch in der politik scheinen alle mittel erlaubt zu sein.
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