Fall Guttenberg Lindner hat Verständnis für Guttenbergs Aussagen

Und auch in Guttenbergs oberfränkischer Heimat bröckelt der Rückhalt. Der Kulmbacher CSU-Kreisvorsitzende Henry Schramm sagte der F.A.S.: "Es ist gut, wenn man denjenigen, von dem man getragen wird, auch mag." Schramm wollte sich noch nicht festlegen, ob man Guttenberg im Wahlkreis erneut als Kandidaten für die Bundestagswahl aufstellen sollte.

Lindner: "In der Sache ist das ja nicht völlig unberechtigt"

In der FDP stieß Guttenberg mit seiner Kritik am Erscheinungsbild der Union dagegen auf Verständnis. Generalsekretär Christian Lindner sagte am Sonntag im Bayerischen Fernsehen: "In der Sache ist das ja nicht völlig unberechtigt." So stelle sich die mittelständische Wirtschaft insbesondere bei der CDU angesichts der Mindestlohndebatte die Frage, ob diese Partei noch die "liberal-konservative Kraft" von früher sei.

Allerdings habe er sich sehr gewundert, wie Guttenberg "mit seiner eigenen Partei umgegangen ist", sagte Lindner weiter. "Die haben ihm in einer für Guttenberg sehr schweren Stunde die Treue gehalten, waren solidarisch." Und nun revanchiere sich der frühere Verteidigungsminister mit belehrenden und besserwisserischen Bemerkungen. Dies sei "eine große Stilunsicherheit".

Guttenberg hatte in einem Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit unter anderem gesagt: "Die Union sitzt noch in der Mitte, aber sie ist dort lange nicht mehr so erkennbar, wie sie es sein könnte. Sie sitzt eben und steht nicht." Der ehemalige CSU-Spitzenpolitiker betonte ferner: "Ich bin zurzeit Mitglied einer Partei, die einen langen Weg zu gehen hat, um von der Abwärtsbewegung der sogenannten Volksparteien nicht ergriffen zu werden."