Fall Gustl Mollath Anwältin beklagt abgehörte Telefonate

Die Anwältin von Gustl Mollath ist empört: Im Bezirkskrankenhaus Bayreuth sollen Teile aus Telefonaten zwischen ihr und ihrem Mandanten mitgehört und protokolliert worden sein.

Die Anwältin von Gustl Mollath, Erika Lorenz-Löblein, erhebt schwere Vorwürfe gegen das Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Dort seien Teile aus Telefonaten zwischen ihr und ihrem Mandanten Mollath mitgehört und protokolliert worden. Inhalte aus den Gesprächen fänden sich in einer Stellungnahme der Klinik ans Landgericht Bayreuth, in der die Auffassung der Anstalt, Mollath sei weiter gefährlich, untermauert werden soll.

In den Gesprächen sei es um kontroverse Sachverhalte aus dem Klinikalltag gegangen, diese wurden offenbar mitgehört und zuungunsten Mollaths ausgelegt. Lorenz-Löblein kritisierte den Vorgang im SZ-Gespräch scharf: Dass der besonders geschützte Raum von Gesprächen zwischen Mandant und Anwalt nicht respektiert und sogar zuungunsten eines Psychiatrie-Insassen ausgelegt werde, sei "skandalös".

Dass der Klinik in mindestens einer Situation offenbar bewusst gewesen sei, dass es sich um ein Telefonat Mollaths mit dessen Anwältin handelt, geht aus der Stellungnahme selbst hervor: Mollath beschwere sich über Details aus dem Klinikalltag "bei seiner Anwältin", heißt es da. Auch Mollaths zweiter Anwalt, Gerhard Strate, nannte den Vorgang "empörend". Mollath muss in der Klinik auf dem Gang telefonieren. Er selbst kritisiert dies als "Pseudo-Privatsphäre". Die Klinik äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.