"Keine Freigabe der Bänder möglich": Wie das Bistum Regensburg versucht hat, den NS-Vergleich des Bischofs Müller zu vertuschen.
Die Liste der Entsetzten ist lang: Kurienkardinal Walter Kasper gehört zu ihnen, Alois Glück, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Charlotte Knobloch, die Chefin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU), auch Ulrike Kaiser vom Deutschen Journalistenverband.
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Bischof Müller steht für seinen NS-Vergleich in der Kritik - nicht zum ersten Mal. (© Foto: ddp)
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Die spricht von "skandalöser Polemik", Charlotte Knobloch von "Geschichtsfälschung", während die Kirchenleute zurückhaltender formulieren: Die Kirche solle "lieber ihr eigenes Haus in Ordnung bringen", statt mit dem Finger auf andere zu zeigen, sagt Kardinal Kasper. Glück erklärt, das Problem seien die Fakten, die nun bekannt werden, nicht die Berichterstattung über diese Fakten.
Ursache des Entsetzens ist - wieder einmal - der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Der hat am Wochenende in einer Predigt die Nationalsozialisten, die katholische Kirche und die Medien so in eine Reihe gestellt, dass man dies durchaus so verstehen kann, dass es den Journalisten nicht so sehr darum geht, Missbrauchsfälle aufzuklären, sondern der Kirche ans Zeug zu flicken - so wie damals die Nationalsozialisten die Kirchen desavouieren wollten.
Der Skandal um sexuelle und körperliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der katholischen Kirche hat damit eine weitere Wendung bekommen. Ein katholischer Bischof hat die Berichterstattung über Missbrauchsfälle in die Nähe nationalsozialistischer Agitation gestellt.
"Kampagne gegen die Kirche"
Es war ein schöner Frühlingssamstag in Regensburg, der dortige Diözesanverband des katholischen Deutschen Frauenbundes feierte sein hundertjähriges Bestehen, es gab Glückwünsche und Grußworte und um 17 Uhr einen Gottesdienst mit Bischof Gerhard Ludwig Müller. Der predigte dort - und zwar so, dass man nun in ganz Deutschland den Regensburger Frauenbund kennt.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Welche Nazi-Vergleiche Müller zuvor anwandte und wie das Bistum Regensburg versucht, ihn zu schützen.
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Ich bin sehr froh ueber einen Geistlichen der diesen Mut zeigt. Was vielen Menschen an/in der Kirche fehlt sind Aktivitaet, Selbstbewusstsein, Mut und der Zug in die Oeffentlichkeit.
Wenn vor 10, 20, 30 Jahren durch Woelfe in Priesterkutten, die kein Promill der Geistlichkeit ausmachen, entsetzliche Dinge passiert sind, ist das kein Grund zu einer Hetzkampagne und Manipulation wie wir sie derzeit erleben.
Worueber nie berichtet wird sind die ungezaehlten Christen, die in der Mission, in der Sozialarbeit und unzaehligen weiteren unentgeltlichen Menschlichkeitsdiensten keine Muehen scheuen, ihren Mitmenschen zu dienen.
Es gibt einen Unterschied zwischen neutraler Berichterstattung und Hetze. Danke dass sie dies aussprechen, Bischof!
Bischof Müller: "Es geht darum heute, die Glaubwürdigkeit der Kirche zu erschüttern."
Wie viel Bodenhaftung muß einer verloren haben daß er zu solch einer Fehleinschätzung kommt?
Welche Glaubwürdigkeit?
In den Missbrauchsfällen kann lediglich durch UMKEHR die Kirche in der Zukunft Glaubwürdigkeit WIEDERHERSTELLEN.
Aber mit Rum bekleckert hat sich in jüngster Zeit die "neuheidnische" Öffentlichkeit, nicht diese Kirche!
daß der Regensburger Frauenbund von dem Bischof für seine Zwecke instrumentalisiert wurde.
Ferner ist den Medien eher vorzuwerfen, daß sie so lange geschwiegen haben. Leider gehe ich hierbei von einer übertriebenen Angst vor der Macht der katholischen Kirche aus. Wäre es nicht schön wenn einem bei dem Wörtern "katholischer Kirche" warm ums Herz würde? Leider ist allzu häufig das Gegenteil der Fall. Man hat Angst...
Wer im internet mit dem Begriff "Sittlichkeitsprozesse" sucht, sieht sofort, dass die NS-Schlagzeilen über die als Sittlichkeitsverbrecher beschuldigten und verdächtigten christlichen Priestern und Ordensleuten nichts, aber rein gar nichts mit den heutigen Schlagzeilen zu tun haben, auch wenn einige Schlagzeilen nahezu identisch sind.
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