A 94 bei Dorfen Ohne die Isental-Autobahn droht ein Verkehrschaos

Es gibt noch einen Grund, warum jetzt schnell gebaut werden soll. Die Isental-Autobahn werde erst für den Verkehr freigegeben, wenn die 33 Kilometer zwischen den derzeitigen Enden bei Pastetten und Heldenstein durchgehend fertiggestellt sind, versprach Ramsauer. Andernfalls drohe im Raum Dorfen ein Verkehrschaos, da der Autobahnverkehr dann über enge Landsträßlein weitergeführt werden müsste.

Ob das ÖPP-Verfahren beim Neubau der A 94 funktioniert, wird von vielen mit Spannung verfolgt werden. Es geht in diesem Fall auch um eine Weichenstellung für den Verkehrswegebau der Zukunft angesichts von klammen öffentlichen Kassen. Das Bewerbungsverfahren wird laut Autobahndirektion Südbayern gut zwei Jahre in Anspruch nehmen. Dann soll ein geeigneter Partner gefunden sein, der den Abschnitt fertigstellen und für 30 Jahre gegen Miete betreiben soll.

Der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Scheuer (CSU) sagte am Mittwoch auf der Baustelle, spätestens im September 2019 solle die Isentaltrasse befahrbar sein. Die riesigen Brückenbauten und das kritische Erdreich in dieser Gegend schrecken ihn nicht: "Ich habe keine Bedenken, das schaffen wir."

ÖPP-Autobahnmodelle bis zu 40 Prozent teurer

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestags, Toni Hofreiter (Grüne), hält den Bau der Isental-Autobahn dagegen für ein verkehrspolitisch unnützes Projekt. Die Finanzierung in öffentlich-privater Partnerschaft verteuere den Bau erst recht, sagte er kürzlich in Dorfen. Bei allen zwölf bisher realisierten ÖPP-Autobahnmodellen habe sich gezeigt, dass sie um bis zu 40 Prozent teurer wurden als geplant.

Das ÖPP-Pilotprojekt auf dem 52 Kilometer langen Stück der A 8 zwischen München und Augsburg läuft seit Mai 2007. Damals übernahm die Projektgesellschaft Autobahnplus, hinter dem ein Konsortium aus Baukonzernen steht, die Konzession und baute die Fahrbahn von vier auf sechs Spuren aus.

Ende 2010 wurde die Strecke fertiggestellt, seitdem ist Autobahnplus bis ins Jahr 2040 für Betrieb und Erhalt der Fahrbahn verantwortlich (Winterdienst, Reparaturen etc.). Als Gegenleistung erhält das Unternehmen eine Anschubfinanzierung sowie die anfallende Lkw-Maut. Nach einem ähnlichen Modell wird seit 2011 auch der A 8-Abschnitt zwischen Augsburg und Ulm ausgebaut. Die Fertigstellung ist für 2015 geplant.