Umstrittenes Kältemittel Gericht kassiert Daimler-Zulassungsstopp in Frankreich

Teilerfolg für Daimler im Kältemittel-Streit: Nun muss das französische Umweltministerium reagieren.

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Im Streit um das Kältemittel R1234yf hat Daimler einen Teilerfolg erzielt. Nach einer Gerichtsentscheidung muss das französische Umweltministerium den Zulassungsstopp von Mercedes-Modellen neu bewerten. Der Autobauer ist optimistisch.

Der deutsche Autobauer Daimler hat im Streit mit Frankreich und der Europäischen Union um Kältemittel in Klimaanlagen einen Sieg vor Gericht errungen. Das Verwaltungsgericht Versailles hob den Zulassungsstopp für zahlreiche Mercedes-Benz-Modelle in Frankreich vorerst auf. Die Richter wiesen das französische Umweltministerium an, innerhalb von zehn Tagen erneut über den Antrag von Daimler auf Zulassung seiner Autos zu entscheiden.

In dem Streit geht es um das neue Kältemittel R1234yf. Dieses ist in der EU für Neuwagen eigentlich vorgeschrieben, für zahlreiche Autos gelten aber noch Übergangsfristen. Dort kann weiterhin das Kältemittel R134a eingesetzt werden, das deutlich klimaschädlicher als das neue Mittel ist. Daimler weigert sich, R1234yf einzusetzen, da es nach Angaben des Autobauers bei schweren Unfällen zu Bränden führen könnte. Das hatten umfangreiche Tests des Herstellers ergeben.

Das Verwaltungsgericht verwies darauf, dass Daimler ursprünglich die Umstellung auf das neue Kältemittel geplant habe. Der Konzern habe dann aber aufgrund neuer Erkenntnisse unter echten Verkehrsbedingungen auf die Nutzung verzichtet.

Daimler in Frankreich begrüßte die Entscheidung des Gerichts. Das Unternehmen sei "sehr zuversichtlich", dass die französischen Behörden der Entscheidung der Justiz Folge leisten würden "und unsere Fahrzeuge sehr schnell wieder zugelassen werden können". Betroffen sind Mercedes-Modelle der Reihen A, B, CLA und SL. Laut dem Autobauer geht es bisher um einige hundert Autos.