Die schwedische Marke Saab, einst von Individualisten verehrt, verkümmerte unter der Regie von General Motors zu einer Randerscheinung im Automobilbau.
Saab war als Marke eigentlich schon mausetot, lange bevor das Unternehmen finanziell zugrunde gerichtet wurde. Die Schwedenautos verfielen nämlich bereits in den frühen Jahren des GM-Regimes, als der 900 auf Opel-Vectra-Basis und ein ad infinitum modellgepflegter 9000 den Anfang vom Ende besiegelten. Doch es kam noch schlimmer: Die Ignoranten aus Detroit lancierten in den USA mit dem 9-2 und dem 9-7 zwei Saab-Modelle, die das geschundene Markenimage weiter beschädigten. Der 9-2 war im Grunde ein Subaru Impreza Kombi mit etwas Make-up, der 9-7 ein notdürftig verkleideter GMC Envoy mit schlechten Bremsen und ohne Schamgefühl.
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Meilenstein einer Marke: Der Saab 96 trug einiges zur Legendenbildung bei. (© Foto: oH)
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In einem früheren Leben hat der Autor Saab geliebt, gekauft und gefahren. Die erste Versuchung war ein orangefarbenes Combi-Coupé, den werkstatttechnischen Höhepunkt setzte ein 99 Turbo, es folgten zwei aufgeladene 9000er. Dann erkaltete die Liebe zu den Produkten aus Trollhättan, denn die ins Stocken geratene optische und technische Evolution endete 1989 unverhofft in den Armen von GM, wo der damals schon mächtige Bob Lutz nie ein Hehl aus seiner Saab-Antipathie gemacht hat. Folgerichtig startete die lange Talfahrt der entseelten und entmündigten Svenska Automobil AB.
Was bleibt, ist der Blick zurück. Wer noch den rundlichen Saab 96 erlebt hat, vielleicht sogar mit Erik Carlsson am Steuer eines legendären Rallye-Autos, der weiß, was skandinavische Automobilfaszination zu leisten vermochte, trotz fahrdynamisch fragwürdigem Freilauf und importiertem V4-Motor. Wer ein frühes 900 Cabrio besaß, der kennt noch den Trutzburg-Charme des unverwüstlichen Schwedenstahls. Wer sich einen 99, 900 oder 9000 Turbo leisten konnte, als Benzin noch bezahlbar war, der würdigt das Sechs- und Achtzylinder-Establishment noch heute keines Blickes.
Doch dann begann im Jahr 2000 das 100-Prozent-Interregnum von GM. Aus dem unsäglichen 900 wurde ein kaum minder enttäuschender 9-3, aus dem mutigen 9000 Schrägheck und dem bürgerlichen CD wurde der viel zu brave 9-5. Sogar in der Erinnerung überwiegen die dunklen Stunden: der schreckliche Isuzu Diesel mit dem noch schrecklicheren Schaltgetriebe, die immer saftloseren Turbos, der sinnfreie V6-Benziner, die anfangs brustschwachen Vierzylinder-Diesel, der zum Stillstand gekommene technische Fortschritt. Saab wurde mitgeschleift, durchgefüttert, für verloren erklärt und dann prompt doch wieder reanimiert. Kein Wunder, dass die Mutter GM ihre allerschwächsten Manager nach Skandinavien verbannte - darunter Louis Hughes, Dave Herman und Bob Hendry.
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Wirbel um Obama-Biographie
Ein Lob an den Autor, der mit schonungsloser Offenheit und Präzision die Fehler in der jüngsten SAAB-Unternehmensgeschichte aufgezeigt hat. Allerdings blutet mir als bislang überzeugter SAAB-Fahrer angesichts dessen schon ein wenig das Herz......
Letztlich kann eine Nischenmarke langfristig nicht lediglich als Annex zu einem Großkonzern mitgezogen werden. Vielmehr wäre tatsächlich eine Marktplatzierung mit einer eigenständigen technischen Entwicklung und durchdachten Designkonzepten notwendig, um diese Marke wieder zu dem zu machen, was es für viele Fahrer ist: etwas Besonderes!
Der Beitrag des Autors ist Gut,er zeigte die Probleme auf da deren Folgen Saab langsam dahinsichte und fast starb. Das David Herman ein schlechter Manager sein sollte da irrt der Autor. Ich kenne D. Herman noch aus seiner Ruesselsheimer Zeit,andere die wenig ahnung vom Auto haben,liessen das Produckt Saab sterben. Warum Toyota,Nissan denen ist es gelungen,nach harter Arbeit und Muehen neue Premiumsmarken in ihren Konzernen zu etablieren. Das geht nur mit eisernen Willen und koennen,das wurde bei GM stets unterlaufen,man wollte eine Premiumsmarke auf der Billigschiene bauen,dafuer koennen die Arbeiter in den Saab Werken nichs,siehe GM Detoit,nur Fehlinvestionen in den letzten 20 Jahren.