Opel Cascada Frischer Wind durch alte Tugenden

Das Verdeck des neuen Opel-Cabrios Cascada überzeugt.

(Foto: WGO)

Opel hat wieder ein Cabriolet im Programm. Der Cascada überzeugt mit typischen Opel-Tugenden, ist praktisch und günstig - und bietet zudem ein hochwertiges Verdeck. Doch beim Fahrwerk des Cascada ist weniger mehr. Eine erste Ausfahrt.

Von Marcel Sommer

Die Cabriozeit naht und zum Start in die Freiluftsaison präsentiert Opel den Cascada. Dass Opel gute Autos bauen kann, ist bekannt. Dass sie in puncto Design den Geschmack der US-amerikanischen Konzernmutter General Motors treffen wollen, ist neu. Anders lässt sich die auffällig am Heck positionierte Chromspange nicht erklären. Beim ersten Eindruck scheint es, als würde ein Chrysler Sebring vorbeirollen.

Die Technik und das Fahrwerk im neuen Opel überzeugen auf Anhieb. Das Stoffverdeck öffnet und schließt zügig und unauffällig - also gut. Schnell wird klar, dass die Haube mit beheizbarer Glas-Heckscheibe nicht nur innerhalb von 17 Sekunden öffnet und innerhalb von 19 Sekunden wieder schließt. Sie erledigt das ganze bei einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Kilometern pro Stunde, außerdem im Stand auch per Fernbedienung von außen. Bei geschlossenem Verdeck zeigt sich zudem die Qualität der Abdeckung. In der höheren der beiden Ausstattungsvarianten wurde dem Verdeck eine zusätzliche Gewebeschicht verpasst, die für eine verbesserte Geräuschdämmung sorgt.

Sparsamer Basismotor

Den Aufpreis von 3600 Euro zur Editionsversion macht aber nicht nur das verbesserte Verdeck aus. In der 30.600 Euro teuren Ausstattungslinie mit dem Namen Innovation stehen außerdem das adaptive Fahrlicht, Polster mit Ledernachbildung und 18 Zoll große Leichtmetallfelgen zur Verfügung. Die Sitze sorgen für einen guten Seitenhalt und sind durchaus langstreckentauglich. Dies gilt allerdings nicht für groß gewachsene Menschen, da der Fahrersitz sich nur minimal in der Höhe verstellen lässt. Es befinden sich zwar auch bei 1,90 Meter großen Fahrern noch ein paar Zentimeter Luft zwischen Kopf und Verdeck, doch der Blickwinkel führt nur sehr knapp unterhalb des oberen Fensterholms vorbei.

Ab 1,90 Metern Körperlänge wird's eng im Innenraum des Opel Cascada.

(Foto: SOM)

Als Basismotor verbaut Opel einen 1,4 Liter großen Vierzylinder-Turbo-Benziner. Schon der kann überzeugen. Mit 140 PS, geschalten durch ein manuelles Sechsgang-Getriebe, steht dem Fahrer und seinen bis zu drei Mitfahrern ausreichend Kraft zur Verfügung. Das maximale Drehmoment von bis zu 220 Newtonmetern treibt den Cascada innerhalb von 10,9 Sekunden bis Tempo 100. Bei 207 Kilometern pro Stunde hat die Beschleunigung ein Ende. Doch das 4,70 Meter lange, 1,84 Meter breite und 1,44 Meter hohe Cabriolet bietet ohnehin sich viel mehr für einen gemütlichen Landstraßenausflug als für Autobahnspurts an.

Die Frontkamera, die Opel bereits in ihrer zweiten Generation verbaut, sorgt für eine nochmals erhöhte Sicherheit. Eine Abstandsanzeige kann nun zusätzlich den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug im Instrumentendisplay anzeigen.

Serien-Fahrwerk reicht völlig aus

Als überflüssige Investition hingegen erwies sich in einem ersten Fahrtest das 980 Euro teure einstellbare Fahrwerk. Die wählbaren Fahrmodi Standard, Sport und Tour unterscheiden sich voneinander kaum und schon das Basisfahrwerk bietet eine angenehme Dämpfung.

Bei zurückhaltender Fahrweise lässt sich im Zusammenspiel mit dem Start-Stopp-System ein Verbrauch von 6,3 Litern realisieren. Bei offenem Verdeck fasst der Kofferraum 280 Liter Volumen. Bei umgeklappter Rückbank und geschlossenem Verdeck stehen bis zu 750 Liter zum Beladen bereit. Das ist für ein Cabrio ein angenehmer Nebeneffekt, aber nicht kaufentscheidend. Fahrspaß und vor allem ein gutes Verdeck sind wichtiger. In diesen Punkten kann der Opel punkten - und ist obendrein angenehm sparsam. Der Frühling kann kommen.