Mühelose Fortbewegung, flüssig und lautlos: Der Elektro-Mini stellte sich einem vierwöchigen Alltagstest.
Es ist die Essenz aus vielen Jahrzehnten Kino: Die härtesten Jungs fahren die coolsten Autos. Steve McQueen den Ford Mustang. Sean Connery den Aston Martin. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute brüllt das coolste Auto auf dem Parkplatz beim Anlassen nicht auf - es schaltet sich lautlos ein. Es trägt stilisierte Stecker auf Motorhaube und Dach. Hinter dem Tankdeckel verbirgt sich ein elektrischer Anschluss. Unter der Heckschürze fehlt der Auspuff. Und sein Fahrer muss kein Macho sein, um ihm gerecht zu werden. Er ist der Zeit voraus, denn das Auto kommt aus der Zukunft.
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Der Alltag mit dem Mini-E bedeutet vor allem: laden, laden, laden. In Zukunft wird es spezielle Steckdosen geben, aber einstweilen zieht man das Kabel aus dem Fenster und stöpselt es hinter dem Tankdeckel ein. (© Foto: Robert Haas)
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Elektromobile sollen in kommenden Jahren den Verkehr in Metropolen umkrempeln, aber bisher gibt es kaum welche. Der von Batterie und Elektromotor angetriebene Mini-E ist das erste Elektromobil, das ein großer Konzern in nennenswerter Zahl auf die Straße bringt. 612 Autos hat BMW gebaut, Fahrer in Amerika, England und Deutschland testen sie im Alltag. Die Nutzer haben sich um den Zuschlag gerissen; zu kaufen ist der Wagen nicht.
Ich habe für vier Wochen den Mini mit der Serien-Nummer 557 neben den Seitenblinkern gefahren. 860 Kilometer ist das Auto durch den Münchner Herbst gerollt. 250 Kilowattstunden Strom hat es verbraucht, meist im Stadtverkehr zwischen den Stadtteilen Moosach im Nordwesten und Zamdorf im Osten. Hinzu kamen einige zig Kilometer auf der Autobahn. Die längste Strecke war eine Runde um den Starnberger See.
In diesem Radius ist der Elektro-Mini ein begeisterndes Auto; er bietet eine quasi mühelose Fortbewegung, nicht länger belästigt vom Lärm und den Vibrationen eines Verbrennungsmotors - die direkte Verbindung von Wille und Weg. Das Anfahren passiert lautlos. Im Stadtverkehr gibt der Mini ein leises Zischen von sich, das beim Beschleunigen nicht lauter, sondern höher wird. Befreit von Nebenwirkungen erlebt der Fahrer den Vortrieb in reiner Form. BMW hat das Versuchsauto mit einem Motor von 204 PS ausgestattet, der aus dem Stand 220 Newtonmeter Drehmoment entfaltet. Für solche Werte müssen Sportwagen ordentlich losröhren und Turbodiesel erst auf Touren kommen. Der Mini-E spurtet ihnen an der Ampel wortlos davon.
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Kuriose Schilder (4)
Leude, Leude, gebt dem technischen Fortschritt etwas Zeit.
Das was wir zurzeit auf der Straße sehen sind Versuchsträger. Da ist immer noch verdammt viel zu tun. Das dumme ist einfach, dass die derzeitige Energiedichte von Akkus einfach nicht mehr her gibt. Da muss sich einfach noch ne ganze Menge tun.
Die Vorstellung, dass die Automobilkonzerne gar keine vernünftigen E-Autos bauen wollen find ich richtig lustig. Der Hersteller, der als erstes ein alltagstaugliches und preislich vernünftiges E-Auto anbietet, hat doch so was gewonnen.
Vor über 100 Jahren hat man schon jede Menge Erfahrungen im Alltagsbetrieb gesamelt, damals (1901) gab es in New York sogar schon 50 % Elektroautos. Reichweiten bis 340km (!!!!) wurden damals schon erreicht, aber natürlich nicht mit über 200PS...
Jaja, die braucht man natürlich heutzutage UNBEDINGT, nicht wahr, um beim Sprint von Ampel zu Ampel stets der erste zu sein...
Es würde schon erheblich etwas bringen, wenn z.B. das Zweit-Auto, das meistens nur für Besorgungsfahrten benutzt wird, die zwischen 5 und 50km/Tag betragen durch ein emissionloses Kfz ersetzt werden würde. Meines Wissens nach sind die meisten Pendler auch nicht weiter unterwegs, leider habe ich dazu noch keine Statistik gefälscht ;-).
@mesmuc: Genau wie Sie sagen, es geht um Erfahrungen im Alltagsbetrieb, nicht um den
Nachweis, daß so ein Ding überhaupt fährt. Da ist eben die Reichweite einer Akkuladung das alles Entscheidende. Dazu ist nun absolut kontraproduktiv mit der kostbaren Akkuenergie auch noch zu heizen, ebenso wie auch die 200 Ps in diesem Sinn nicht hilfreich sind, weil die Akkukapazität meist auch unter hohen Entladeströmen leidet. Man darf sich schon Gedanken machen, mit wie viel Dilettantentum BMW an seiner Zukunft "bastelt".
@hheinrich: ÖPNV ist super, aber halt nur in Ballungsräumen. Auf dem flachen Land wird man es auch mit vielen Milliarden nicht schaffen, jedem seine Haltestelle vor die Haustür zu bauen, abgesehen von dem Unterschied: KFZ- d. h. Individualverkehr ist eben immer ein reiner Start-Zielverkehr, etwas was der ÖPNV nie bieten kann.
Ich würde eher sagen, keine Alternative zu einem gut organisierten ÖPNV. Dieses Elektroautogewürge klingt schon sehr auffällig so, als würde da jemand mit GEwalt die Autoindustrie retten wollen, nachdem sich das CO2-Problem einfach nicht mehr wegdiskutieren lässt.
Warum eigentlich eine Milliarde Staatsschulden für Elektroautos und nicht für den ÖPNV? Glaubt Ihr denn, der Stau und Flächenverbrauch in der Stadt wird weniger wenn die Autos elektrisch sind?
Ach, hier zerbrechen sich mal wieder einige Hobby-Ingenieure unnötig den Kopf. Die vorgebrachten Argumente hören sich teilweise echt dusselig an.
Der E-mini ist ein reines Versuchsfahrzeug um Erfahrung mit Elektroantrieben im Alltagsbetrieb zu sammeln. In Serie wird das Teil anders aussehen, BMW wird das schon machen.
Daß Franzosen oder Japaner früher dran waren mag sein, aber wen interessiert das? BMW und Mercedes werden den Rückstand aufholen und bald die weltbesten E-Autos bauen.
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