Von Stefan Grundhoff

GM abgewickelt, Chrysler an Fiat verscherbelt, Ford laviert noch. Alles ideenlose Dinos, heißt es hierzulande verächtlich. Zu Unrecht: Denn wichtige Autotrends kommen seit Jahrzehnten aus den USA.

Ob Katalysator, elektrische Fensterheber oder Klimaanlage: Ohne den amerikanischen Ideenreichtum sähen auch unsere Autos ganz anders aus. Und sie wären vielleicht immer noch ein Luxusspielzeug für die oberen Zehntausend.

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Auch zivile Nutzung sollte sein: eine Jeep-Anzeige aus den 50er-Jahren (© Foto: Pressinform)

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Als man sich in Deutschland noch über den VW Käfer als automobilen Inbegriff des Wirtschaftsaufschwungs freute, blubberten zwischen Chicago und Las Vegas bereits mächtige US-Schlitten über die Highways. Die waren schon immer etwas geräumiger als anderswo auf der Welt. Gigantische Limousinen, sportliche Edelcoupés oder grandiose Cabriolets boten einen Luxus, den man in Europa allenfalls aus Kinofilmen kannte.

In ihnen saßen die Film-Sternchen auf weichen Ledersitzen mit elektrischer Verstellung, genossen die Annehmlichkeiten von elektrischen Fensterhebern oder Schiebedächern - während sich Papa in seinem alten Rekord beim Kurbeln eine Sehnenscheidenentzündung holte. In unseren Breiten wurden die Fenster bei der Fahrt in den Sommerurlaub noch mit Handtüchern verhängt, um den Innenraum zu kühlen. In den USA dagegen fuhren die Autos bereits in den sechziger und siebziger Jahren mit sanft kühlenden Klimaanlagen und ließen sich von einem Tempomaten das Gaspedal halten. Der heute längst etablierte Tempogehilfe feierte bei Chrysler vor über 50 Jahren seine Serienpremiere.

Doch die USA brachten der Autoindustrie mehr als nur kleine Annehmlichkeiten für die Fahrt in den Urlaub. Der Ford Tin Lissy war Anfang des vergangenen Jahrhunderts das erste Auto, das kostengünstig am Fließband gebaut wurde und für die breite Masse der Bevölkerung gemacht war. Als man 1914 vom Manufakturbetrieb auf die Fließbandproduktion umstieg, sank der Preis von knapp 900 US-Dollar auf weniger als die Hälfte.

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