Ford trennt sich von der traditionsreichen Automarke und denkt auch über das einstige Luxusmodell Lincoln nach.
Keine andere Allegorie versinnbildlicht den amerikanischen Traum so treffend wie die "Ladder of Fortune", die Sprossenleiter, auf der die Tugendhaften nach den Früchten des Wohlstands greifen. Es ist eine Metapher, die jeder Amerikaner kennt. Sie hat den Fortschrittsglauben von Generationen geprägt - und die Managementkonzepte der Autokonzerne aus Detroit.
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General Motors und Ford wollten ihre Kunden bei ihrem sozialen Aufstieg begleiten. Von den bescheidenen Anfängen als einfacher Angestellter bis zur Beförderung zum Abteilungsleiter: In jeder Lebenslage sollte der passende Wagen vor der Tür stehen.
Doch geradlinige Karrieren sind längst zur Ausnahme geworden. Rückschläge und Neuanfänge bestimmen die heutige Arbeitswelt. Und inzwischen haben das auch die US-Autokonzerne erkannt. Die Konzentration aufs Wesentliche ist ihre neue Markenstrategie.
GM hat sein Angebot schon im vergangenen Jahr vor dem Konkursgericht entrümpelt. Nun will Ford folgen. Das Unternehmen steht nach Informationen des Wall Street Journal kurz davor, die traditionsreiche Marke Mercury auszugliedern. Ein weiteres Kapitel der amerikanischen Automobilgeschichte ginge damit dem Ende entgegen.
Mercury wurde 1939 gegründet und sollte als Bindeglied zwischen günstigen Modellen der Eigenmarke Ford und den Limousinen der Luxusmarke Lincoln dienen. Anfangs ging der Plan auf. Modelle wie der Cougar und der Marquis liefen gut.
Doch mit der Zeit verlor Mercury seine Identität. Die Unterschiede zwischen Fords, Lincolns und Mercurys verwischten mehr und mehr. Fords Modelle wurden immer beliebiger, genau wie die von GM. Je austauschbarer die Autos aus Detroit wurden, desto weniger Käufer fanden sie. Mercury verkaufte in den besten Zeiten mehr als 500.000 Autos im Jahr. 2009 waren es nur noch wenig mehr als 90.000. Auch der zuletzt gestartete Versuch, mit Mercurys speziell Frauen anzusprechen, scheiterte.
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