Ford B-Max Weniger ist mehr

Ford verbaut im B-Max keine B-Säule. Das sorgt in Verbindung mit den seitlichen Schiebetüren für einen bequemen Zugang zum Innenraum und erhöht den Nutzwert. Doch der Ford kann noch mehr. Eine Ausfahrt.

Von Jörg Reichle

Dass Männer von Familienautos träumen, ist zwar grundsätzlich möglich, kommt aber selten vor. Auch, dass schöne Damen den Blick heben, wenn eines dieser etwas kastigen Mobile ihren Weg kreuzt, geschieht so gut wie nie. Wer mit dem neuen B-Max unterwegs ist, wird das bestätigen können. Dabei ist der kleine Ford durchaus kein Mauerblümchen. Im Gegensatz zu seinem größeren Bruder C-Max ist er sogar ausgesprochen hübsch geraten - vor allem, weil die Designer der Versuchung widerstanden haben, auf noch weniger Karosseriefläche noch mehr Sicken, Kurven und Kanten unterzubringen, als heute üblich. Über die aufgesperrten Grillmäuler regt sich ja sowieso keiner mehr auf.

Ob das nette Design reichen wird, Ford aus der momentanen Absatzflaute zu hieven? Bernhard Mattes, der Vormann in Köln, setzt jedenfalls keine geringen Hoffnungen in den B-Max. Man sehe großes Eroberungspotenzial, lässt er sich gerne zitieren und zielt damit auf Kunden, die bislang andere Marken fahren. Dass das gelingt, ist nicht einmal ausgeschlossen, denn der B-Max ist nicht nur fein gezeichnet, sondern auch recht sorgfältig durchdacht. Die alltäglichen Talente sind es ja nicht zuletzt, die zusammen mit vertretbaren Preisen diese Autos für junge Familien attraktiv macht. Handfestes ist gefragt.

Sinnvolle Schiebetüren

Der Clou am Ford: die beiden Schiebetüren in Verbindung mit der fehlenden B-Säule. Das gibt bei geöffneten Fronttüren anderthalb Meter Weg frei zum unbehinderten Begängnis der Rückbank und alle Mütter, die sich ansonsten mit der Montage von Kindersitzen herumplagen, werden Hymnen der Dankbarkeit anstimmen. Dennoch, ein Raumwunder sollte man nicht erwarten. Wie auch, schließlich basiert der B-Max auf der Architektur des Fiesta. Da sind die Grenzen klar gezogen, auch wenn der B-Max zwölf Zentimeter länger ist als der Fiesta. Nicht nur der Kofferraum bricht deshalb keine Rekorde: zwischen 304 und 1372 Liter passen rein, da wird die Ein-Kind-Familie dankbar sein für die geteilt umklappbare Lehne der Rückbank.

Andererseits hat man aus dem beschränkten Raum ein Maximum herausgeholt - rundum genug Platz für Kopf, Bein und Schultern, dazu Rücksitze, die sich eben zusammenfalten lassen. Legt man dann noch die Beifahrerlehne um, hat man ruckzuck eine Ladefläche von mehr als 2,30 Meter. Da passt sogar ein größerer Ikea-Schrank rein. Von außen gesehen hat das Kompaktmaß ohnehin klare Vorteile: Der Platzbedarf auf der Straße ist zeitgemäß bescheiden und weil man aus dem B-Max ordentlich raus sieht, sind auch engere Parklücken kein Problem. Innenstadt, wir kommen.

Sowieso ist das Fahren eine recht erfreuliche Angelegenheit. Aus mehrerlei Gründen. Einmal die Motoren: Angeboten werden der viel gelobte neue Einliter-Ecoboost-Benziner in zwei Leistungsstufen mit 100 und 120 PS (ab 17 350 Euro und 18 350 Euro), dazu als Basistriebwerk ein 1,4-Liter-Duratec-Benziner mit 90 PS (ab 15 950 Euro) und ein 1,6-Liter mit 105 PS. Wer pro Jahr weit genug fährt, dass sich ein Diesel rechnet, kann zwischen einem neuen Selbstzünder mit 1,5 Liter Hubraum und 75 PS für mindestens 17 250 Euro und dem 1,6-Liter-TDCi mit 95 PS (18 750 Euro) wählen. Hinzu kommt noch eine Variante mit Doppelkupplungsgetriebe in Kombination mit dem 1,6-Liter-Benziner. Sie kostet mindestens 18 500 Euro.