BMW 1er M Coupé Mit dicken Backen

Wieso bloß lässt BMW sein Einstiegsmodell in die sportliche M-Familie so spät von der Leine? Der aktuelle 1er bläst jetzt erst seine M-Backen auf, während der neue bereits in den Startlöchern steht.

Von Stefan Grundhoff

Wenn man schon keine echten Gegner hat, kann man sich doch einfach selbst im Wege stehen. BMW, klassenübergreifender Inbegriff für sportliche Fahrzeuge mit Volumenansprüchen, hat seine M-Versionen seit Jahrzehnten prächtig in Szene gesetzt. Besonders das dynamische Duo aus M3 und M5 versetzte die weltweite Konkurrenz in Angst und Schrecken, während die Kundschaft jubilierte.

Momentan aber lahmt die M-Familie. Der neue M5 feiert seine Premiere erst im Herbst 2011 auf der IAA und der BMW M3 fühlt über sich bereits das Damoklesschwert der neuen Dreier-Generation, die Ende des nächsten Jahres ebenfalls Premiere feiert. Der neue Sechser wird ebenfalls erst vorgestellt und so dürfte auch die nächste Generation des M6 frühestens im Herbst 2012 ihre Premiere feiern.

Damit die M-Jünger nicht in Heerschaaren zu Audi, Mercedes und Porsche abwandern, bekam der 1er eine späte Chance als M von Welt - vielleicht zu spät? Denn BMW spielt in der Einstiegsklasse im kommenden Jahr ein doppeltes Spiel, das bei vielen für Kopfschütteln sorgen dürfte.

Der normale 1er BMW bekommt einen Nachfolger, der im Frühjahr vorgestellt wird. Frischer, kraftvoller und filigraner gezeichnet, soll er den mit 7er und 5er gekonnt aufgenommenen Designtrend in ein neues BMW-Zeitalter fortsetzen und Lust auf die neue Einstiegsklasse der Bayern machen. Schließlich folgt bald eine neue Mercedes A-Klasse, auch die Ingolstädter werkeln bereits am nächsten Audi A3 mit Vollgas herum.

Doch BMW löst den Einser im kommenden Jahr nur als Fünftürer ab. Coupé und Cabriolet bekommen eine kaum sichtbare Modellpflege mit leichten Retuschen an Rückleuchten und im Innenraum.