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Zoologie:Weg da!

Nil-Flughund, Nilflughund, Hoehlen-Flughund, Hoehlenflughund (Rousettus aegyptiacus, Rousettus aegypticus), kletternd

Nilflughunde haben sich untereinander viel zu sagen.

(Foto: Blickwinkel/McPHOTO)

Unter Fledermäusen herrscht ein rechtes Gebrüll - auch wenn der Mensch das nicht hören kann. Die Tiere schreien nicht sinnlos herum, sondern kommunizieren mit verblüffender Komplexität.

Von Sebastian Herrmann

In einer Fledermaushöhle herrscht meist ein rechtes Gebrüll, auch wenn Menschen es nicht hören können. Wird da in den Fledermauswohngemeinschaften nur sinnlos herumgebrüllt oder transportierten die Schreie der Tiere komplexe Botschaften? Das haben sich Forscher gefragt. Eine Arbeitsgruppe um den Zoologen Yossi Yovel hat nun 22 Nilflughunden 75 Tage lang zugehört und zeigt in der Fachzeitschrift Scientific Reports, dass in den Schreien der Tiere detaillierte Inhalte stecken. Fledermäuse wie die Nilflughunde sind soziale Tiere, die bis zu 20 oder 30 Jahre lang mit anderen Individuen in ihrer Gemeinschaft auskommen müssen. Die Analyse der Daten aus Tel Aviv zeigte nun, dass die Tiere zwischen Freund und Feind unterscheiden. Während sie die einen freundlich begrüßen, schreien sie andere aggressiv an. Ansonsten dreht sich die Konversation um Dinge wie den besten Schlafplatz, um Futter oder die Frage, wer der beste Partner zur Paarung ist. Und manchmal, so haben die Wissenschaftler um Yovel festgestellt, scheinen die Fledermäuse einfach übellaunig zu sein. Dann streiten sie mit ihre Artgenossen um des Streitens willen. In jedem Fall erkennen die Tiere einander an ihrem Gebrüll.

© SZ vom 29.12.2016
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