Und die Alternativen?

Derartige Kriterien zur Meinungsbildung erscheinen aberwitzig, doch stehen dem Wähler, der sich nicht an eine Partei gebunden fühlt, überhaupt verlässliche, objektive Entscheidungshilfen zur Verfügung? Als am aussagekräftigsten gelten Interviews mit den Wahlkandidaten. 57 Prozent der Bundesbürger lassen sich von ihnen am ehesten bei ihrer Entscheidung leiten. Doch ausgerechnet die Verlässlichkeit der Interviews hat die Forschung düster bewertet.

Eine Analyse politischer Interviews in Großbritannien ergab, dass 60 Prozent der Antworten nicht auf die Frage des Interviewers eingingen. Bei geschlossenen Fragen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden sollten, wichen Politiker sogar zu 80 Prozent aus. In Fällen, wo ein Publikum während der Befragung anwesend war, sank die Vermeidungsrate, wie eine andere Analyse ergab. Allerdings beantworteten die Politiker noch immer 53 Prozent aller Fragen nicht.

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25. September 2009, 15:342009-09-25 15:34:00 ©