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Sonneneinstrahlung:UV-Rekord in Südamerika alarmiert Forscher

Bolivien

In den Anden haben Forscher einen Rekordwert für die UV-Strahlung gemessen

(Foto: iStockphoto)

In den Anden haben Forscher einen UV-Wert von über 40 gemessen. Schon ab 8 wird Sonnenschutz empfohlen. Dass der Rekord gerade über bewohntem Gebiet geknackt wurde, bereitet Experten Sorgen.

43 lautet ein neuer globaler Rekordwert für die UV-Strahlung. Der Index wird aus der Stärke des ultravioletten Anteils am Sonnenlicht berechnet und kennzeichnet das Risiko, Sonnenbrand oder später Hautkrebs zu bekommen. Forscher aus Deutschland und den USA haben den Rekord im Dezember 2003 auf einem Vulkan in den bolivianischen Anden in knapp 6000 Metern Höhe gemessen; einige Umstände hatten dann die Überprüfung und Auswertung der Daten verzögert.

(Foto: oh)

Damals hatten Höhenwinde ozonarme Luftmassen über die Region geschoben, die viel vom gefährlichen kurzwelligen Licht durchließen. Zudem hat womöglich ein massiver Ausbruch der Sonne zu dem Rekord beigetragen (Frontiers in Environmental Science, online). Vorher hatte der höchste je gemessene UV-Indexwert bei 26 gelegen. Die Forscher sind besorgt darüber, dass der Rekord nicht über der unbewohnten Antarktis mit ihrem Ozonloch, sondern in der Nähe des Äquators gemessen wurde, wo es Dörfer und Städte gibt. Schon ab einem Indexwert von 3 empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz, Sonnencreme zu nutzen, ab 8 seien zudem Hut und Sonnenbrille "unbedingt nötig". Spitzenwerte in Urlaubsregionen wie Palma de Mallorca oder Los Angeles liegen bei 9 oder 10, in Rio de Janeiro oder Singapur können 12 oder 13 erreicht werden.

© SZ vom 09.07.2014
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