Serie: Mythen von Monstern (Teil 1) Der blutrünstige Ziegensauger

Der Chupacabra, den Jorge Luis Talavera getötet haben will.

(Foto: Screenshot: www.ufos-aliens.co.uk)

Schlagzeilen machte dann Phylis Canion in Cuero, Texas. Gleich drei tote Tiere hatten sie und ihre Nachbarn entdeckt, fotografiert und von einem der Kadaver den Kopf eingefroren. Canion zeigte sich überzeugt, dass es sich um Chupacabras handelte.

Und was sagt die Wissenschaft zu den Funden?

Das Elmendorf Beast konnte aufgrund von DNS-Analysen der Familie der Hunde zugeordnet werden. Ein genaueres Ergebnis war offenbar aufgrund des schlechten Zustands des Materials nicht möglich.

Der Kadaver, den Reggie Lagow an das Texas Parks and Wildlife Department geschickt haben will, ist dort offenbar nie angekommen. Aufgrund der Fotos hielten die Fachleute es jedoch für wahrscheinlich, dass es sich um einen Kojoten handelte.

Kein Rätsel sondern Räude

Und eine Analyse des Erbguts der von Phylis Canion entdeckten Tiere an der University of California in Davis ergab, dass es sich ebenfalls um Kojoten handelte, allerdings mit einem mexikanischen Wolf unter den väterlichen Vorfahren.

Doch die Tiere sahen definitiv nicht aus wie Kojoten!

Dafür haben die Wissenschaftler eine Erklärung. Sowohl die Fotos, als auch die Beschreibungen der Augenzeugen in den USA deuten ganz klar darauf hin, dass die Haut der Wildhunde schlicht und einfach von Räudemilben zerfressen war.

"Wir haben uns das angeschaut, und natürlich handelt es sich um räudige Kojoten", sagte Danny Pence vom Texas Tech University Health Sciences Center in Lubbock den San Antonio Express-News. "Wir haben gar keine Zweifel."

Für Laien würden die Tiere, die unter dieser von Milben ausgelösten Hautkrankheit leiden, natürlich seltsam aussehen, erklärte der Parasitologe. Selbst Devin McAnally, der Farmer, der das Elmendorf Beast geschossen hatte, akzeptiert diese Erklärung, nachdem er Fotos von anderen, ebenfalls an der Räude erkrankten Kojoten gesehen hatte.

Offenbar grassierte die Räude zur Zeit der Funde in der Region - und betroffen waren sowohl Kojoten, Füchse und wilde Hunde, was die etwas unterschiedlichen Kadaver erklären könnte. Ohne Fell und bis auf die Knochen abgemagert wirken die kranken Tiere aufgrund ihrer sonst nicht sichtbaren Körperproportionen mehr als ungewöhnlich.

Auch das Video der Polizisten vom August 2008 dürfte ein solches krankes Tier zeigen, wie selbst die Beamten zugeben.

Phylis Canion, die seit ihrem Fund Chupacabra-T-Shirts verkauft, ist die Einschätzung der Experten egal. Schließlich gilt ihre Heimatstadt Cuero nun als Hochburg der seltsamen Wesen. Und "wenn jeder seinen Spaß damit hat, machen wir weiter", erklärte sie der Nachrichtenagentur AP.