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Serie: Mythen von Monstern (12):Der entsetzliche Schneemensch

Der Yeti ist fester Bestandteil der Mythen in Nepal und Tibet. Aber existiert im Himalaja tatsächlich eine bislang unbekannte Menschen- oder Affenart?

Neben Nessie und Bigfoot ist das bekannteste Wesen, von dem es bislang nur Geschichten, Gerüchte, umstrittene Augenzeugenberichte und Fußspuren gibt, der Yeti.

Der Himalaja. Lebt hier ein Schneemensch?

(Foto: Foto: Nasa)

Im Gegensatz zu vielen anderen mythischen Monstern soll dieser riesige Affenmensch in einem Gebiet leben, das zu den unzugänglichsten Regionen der Welt gehört: dem Himalaja.

Allein die Tatsache, dass die Höhenzüge der Berge in Nepal und Tibet von Menschen spärlich besiedelt sind und es viele Rückzugsgebiete für ein noch unerforschtes Tier gibt, lässt es denkbar erscheinen, dass diese auch als "entsetzlicher Schneemensch" bezeichnete Kreatur existiert.

In der Mythologie der Einheimischen hat der Yeti seinen festen Platz. Der Name bedeutet soviel wie Bär des Gebirges. Doch gibt es ein reales Wesen, in dem die Sagen ihren Ursprung haben?

Im Westen wurde der Schneemensch zunächst durch Fußspuren berühmt. 1951 stieß der britische Bergsteiger Eric Shipton während einer Himalaja-Expedition in Nepal in einer Höhe von 6000 Metern auf mysteriöse Spuren. Er fotografierte die riesigen Fußabdrücke im Schnee auf einem Gletscher und folgte ihnen, bis sie auf dem Eis nicht mehr zu erkennen war.

Zwei Jahre später stießen der Neuseeländer Edmund Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay ebenfalls auf große Fußspuren, die vom Yeti stammen sollten. Hillary, der gemeinsam mit Norgay als Erster den Mount Everest bezwang, widmete sich daraufhin auch der Suche nach dem Schneemenschen.

1954 suchte der britische Bergsteiger John Angelo Jackson im Rahmen der "Abominable Snowman Expedition", ausgerichtet von der Daily Mail, nach dem Yeti. Er machte ebenfalls Fotos von ungewöhnlich großen Fußspuren. Auch stießen die Forscher in einem Kloster auf eine angebliche Yeti-Kopfhaut, von der sie Haarproben mitbrachten.

Es folgten weitere Expeditionen, die allerdings keine überzeugenden Belege für die Existenz eines unbekannten Wesens brachten. 1960 besuchte dann Edmund Hillary erneut das Gebirge und brachte einen angeblichen Yeti-Skalp, den er in einem Kloster entdeckt hatte, mit zurück.

Bergsteiger begegnen dem Yeti

Schließlich folgten die ersten Augenzeugenberichte westlicher Bergsteiger. 1970 hörte der Brite Don Whillans am Annapurna seltsame Schreie. Den einheimischen Sherpas zufolge stammten die Laute vom Yeti. In der Nacht beobachtete Whillans einen Schatten in der Nähe seines Lagers.

Am nächsten Morgen entdeckte er Spuren im Schnee, die an menschliche Fußabdrücke erinnerten. Und am Abend schließlich sah er durch das Fernglas eine Gestalt, die Ähnlichkeit mit einem Affen besaß. 20 Minuten konnte er das Wesen betrachten.

Vierzehn Jahre später berichtete der amerikanische Bergsteiger David Sheppard, ihm sei am Everest ein großer, haariger Mann gefolgt. Seine einheimischen Führer hatten die Gestalt allerdings nicht gesehen.

Im Sommer 1986 dann begegnete der Südtiroler Reinhold Messner nachts dem Yeti. Die erste Begegnung dauerte nur wenige Sekunden und Messner hätte sie eigenen Angaben zufolge für eine Illusion gehalten, wenn es nicht auch einen Fußbadruck gegeben hätte.

Dann aber sah er das Wesen in einer Entfernung von 100 Metern erneut, wie es sich mal aufrecht, mal auf allen Vieren fortbewegte. Genau erkennen konnte er den Yeti in der Finsternis allerdings nicht.