bedeckt München 31°

Rangliste der Meeresschützer:Deutschland bekommt einen Spitzenplatz

Um die Weltmeere steht es besser als Pessimisten glauben. Amerikanische Forscher haben einen Index entwickelt und bescheinigen den Ozeanen mittlere Qualität. Deutschland schneidet überraschend gut ab.

Eine mittelmäßige Note für die Weltozeane - das ist mehr, als viele Experten für möglich gehalten haben. Die Diskussionen über Überfischung, Überdüngung und Übersäuerung, über Algenblüten, gestrandete Wale und allgegenwärtigen Plastikmüll haben viele Fachleute pessimistisch gemacht. Aber jetzt gibt ein großes amerikanisch-kanadisches Team von Meeresforschern den Ozeanen immerhin eine 60 auf ihre neu-entwickelten Skala, die von Null bis Einhundert reicht - und das obwohl die Wissenschaftler den momentanen Zustand und die Aussichten für die Zukunft zu gleichen Teilen in ihre Bewertung einfließen lassen.

Grafik Weltmeere 2

Die Grafik zeigt die Meeresqualität. Gelb steht für schlechte, blau für gute Qualität.

(Foto: SZ-Grafik)

"Die Resultate unseres Index sind womöglich überraschend", schreiben die Forscher um Benjamin Halpern von der University of California in Santa Barbara in Nature (online), "weil sie dem konventionellen Blick auf die Menschen als Auslöser eines Wandels zum Schlechteren in den Weltmeeren widersprechen." In vielen Aspekten schade die Weltbevölkerung den Ozeanen tatsächlich, und doch seien die Meere heute wie in Zukunft in der Lage, den Menschen unersetzliche Dienste zu leisten.

Halperns Team hat dazu zehn Bereiche identifiziert. Dazu gehört natürlich der Fischfang als Quelle von Nahrungsmitteln. Daneben zählen die Forscher den Tourismus, die Biodiversität, die Qualität des Küstenschutzes oder die Fähigkeit des Meeres, vom Menschen ausgestoßenes Kohlendioxid zu binden. Die Faktoren reichen bis zu einem Heimatgefühl, das idyllische Strände oder heimische Tierarten wie Schildkröten oder Wale auslösen können.

All diese Faktoren lassen die Meeresforscher gleichberechtigt in ihren Index einfließen und ermitteln daraus einen Wert für die 200-Seemeilen-Zonen aller Staaten mit Meeresküsten. Im globalen Durchschnitt liegt dieser Wert bei 60. Die beste vergebene Note von 86 bekommen die Jarvisinsel, ein unbewohntes Eiland im Südpazifik. Die schlechteste, eine 36, geht an das afrikanische Sierra Leone.