Mythen von Monstern (Teil 8):Amerikas mysteriöser Riesenaffe

Eine ganze Reihe von Experten - darunter durchaus auch solche, die Skeptiker als seriös akzeptieren - hat sich seit den ersten Berichten über Bigfoot mit dem Phänomen beschäftigt. Und einige halten die Existenz des Affen für nicht ausgeschlossen. Allerdings sind noch viele Fragen offen. Und einige der wichtigsten Hinweise auf Bigfoot wurden durch neue Erkenntnisse und Geständnisse mehr als in Frage gestellt.

Die Fußabdrücke zum Beispiel, die das internationale Interesse an Bigfoot 1958 überhaupt erst auslösten, sind offenbar eine Fälschung. So erklärte der Sohn von Ray Wallace, Michael, nach dem Tod seines Vaters 2002, die Abdrücke stammten von Holzfüßen, die Wallace von einem Freund hatte schnitzen lassen. Und er präsentierten die künstlichen Füße sogar.

Ray Wallace war der Besitzer der Baufirma, für die Jerry Crew, der Entdecker der Abdrücke, gearbeitet hatte. Wallace fälschte nach Angaben seines Sohnes weitere Bilder des Bigfoot - und steckte dafür angeblich sogar seine Frau in ein Affenkostüm.

Zweifel am Patterson-Gimlin-Film

Auch die Echtheit des Patterson-Gimlin-Films wird zunehmend bezweifelt. Zwar beteuerten sowohl Patterson als auch Gimlin, keine Fälscher zu sein. Immerhin wollte Gimlin am Ende seines Lebens nicht mehr ausschließen, dass Patterson ihn getäuscht haben könnte.

Inzwischen gibt es die Aussage von Philip Morris aus North Carolina, er hätte für Patterson ein Gorilla-Kostüm hergestellt. Und der Lastwagenfahrer Bob Heironimus erklärte vor einigen Jahren, er sei der Mann im Affenkostüm gewesen. Wie glaubwürdig diese Zeugen sind, ist unklar, da sich Morris und Heironiums zum Beispiel wiedersprechen, wenn es um Details des Kostüms geht.

Aber auch die Meinung der Fachleute geht auseinander, ob sich ein Mensch in einem Affenkostüm so hätte bewegen können wie die Figur auf dem Film von 1967. So erklärte etwa John Napier von der Smithsonian Institution, einer großen US-Forschungsorganisation, dass der Gang und die Größe sowie der Körperschwerpunkt und die Schrittlänge einem normalen Menschen entspricht.

Der Memorial-Day-Film von Lori Pate ist ebenfalls umstritten. Bei einer genauen Untersuchung des Orts, wo der angebliche Bigfoot aufgetaucht war, stellten Wissenschaftler fest, dass das Wesen sowohl von der Größe als auch von der Geschwindigkeit her durchaus ein Mensch im Affenkostüm gewesen sein könnte.

Auf der anderen Seite gibt es Wissenschaftler wie Jeff Meldrum von der Idaho State University, der Fußspuren des Affenmenschen untersucht hat und einige für echt hält. Sie können allerdings nicht alle von Bigfoot stammen. Denn mal besitzen die Füße fünf Zehen, mal weniger. Hier steht der Daumen ab wie bei einem Menschenaffen, dort ist es einfach nur die vergrößerte Version eines menschlichen Fußes.

Doch Meldrum, ein Anthropologe und Spezialist für die Bewegungsabläufe von Primaten, ist überzeugt von der Existenz des Bigfoot. Er vermutet, dass es sich um Nachfahren des Gigantopithecus handelt, einer ausgestorbenen Riesenaffenart.

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