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Israel:Archäologen entdecken 1500 Jahre alte Kirche

Archaeological excavation in Alum where Byzantine church mosaic f

Freigelegtes 'Christogram' mit Vögeln und griechischen Buchstaben.

(Foto: dpa)

Israelische Forscher finden die Reste einer byzantinischen Kirche aus der Spätantike. Zu den eindrucksvollsten Relikten zählen gut erhaltene Mosaiken, die Tiere, Weinfässer und die Eltern von Jesus Christus zeigen.

Israelische Archäologen haben die Überreste einer großen byzantinischen Kirche mit gut erhaltenden Mosaikböden ausgegraben. Das Gotteshaus sei etwa 1500 Jahre alt, teilte die israelische Behörde für Altertümer mit. Der Bau ist in der Spätantike entstanden.

Auf die Überreste der Kirche seien Bauarbeiter bei einer Erweiterung des Dorfes Aluma unweit der Stadt Kiryat Gat gestoßen.

Der Sakralbau mit einem weiten Mittelschiff und zwei Seitenflügeln war zwölf Meter breit und 22 Meter lang, wie einer der Grabungsleiter, Daniel Varga, sagte. Er sprach von einer "eindrucksvollen Basilika".

Die bunten Mosaikböden enthielten Inschriften in griechischer Sprache, unter anderem die Namen von Maria und Josef sowie den Namen des Spenders des Mosaiks. Außerdem seien Tiere, Pflanzen, geometrische Figuren sowie Weinfässer abgebildet. In der Nähe seien auch die Reste einer Töpferei ausgegraben worden. Die Archäologen bargen Kochgefäße, Vasen, Schüsseln und Öllampen.

Hinweise auf blühende lokale Kultur

Alle Funde wiesen auf eine blühende lokale Kultur und Wirtschaft hin, sagte Varga. Die Kirche sei Teil einer größeren Siedlung gewesen, die an der damals wichtigen Verbindungsstraße von Aschkelon am Mittelmeer nach Jerusalem lag.

Entlang dieser Straße seien schon Reste mehrerer Weinkellereien und Töpfereien gefunden worden. Die Menschen lebten vor allem von der Weinherstellung und exportierten ihre Erzeugnisse in den gesamten Mittelmeerraum.

Die Mosaiken sollen nun geborgen und ausgestellt werden. Die Grabungsstätte selbst hingegen werde zu ihrem Schutz schon bald wieder verschlossen.

© SZ.de/dpa/odg

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