bedeckt München 31°

Invasive Arten:Waschbär infiltriert Adlernester

Waschbär

Waschbären besetzen in Deutschland immer mehr Reviere

(Foto: Jochen Lübke/dpa)

Waschbären vermehren sich in Thüringen rasant, mittlerweile treiben sich die Tiere auch in Adlernestern und an Uhu-Nistplätzen herum. Ein anderer eingewanderter Räuber macht Naturschützern noch größere Sorgen.

Waschbären, Marderhunde und der Amerikanische Nerz, auch Mink genannt, haben sich in Deutschland weiter verbreitet. Mal huscht etwas durch die Bäume, mal raschelt es im Garten; die eingewanderten Arten sind regelmäßige unsichtbare Begleiter des Menschen geworden. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz kommen auch die Nilgänse aus Nordafrika inzwischen häufig vor. Das belegt das vom Deutschen Jagdverband betreute Wild-Monitoring.

"Der Waschbär hat sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit in sieben Jahren nahezu verdoppelt", sagt der Sprecher des Verbands. Binnen zehn Jahren habe sich die Zahl der erlegten oder überfahrenen Kleinbären verdreißigfacht. Die Bestände dürften also stark gewachsen sein. "Bis zu einem Viertel aller potenziellen Uhu-Nistplätze in Thüringen sind bereits vom Waschbär besetzt", sagt Martin Görner von der Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen.

"Auch in den Horsten von Greifvögeln und Störchen sichten wir immer wieder Waschbären. Das hindert die Vögel am Brüten." Sogar in einem Seeadlerhorst wurden schon Waschbären gesichtet. Knapp 250 000 Reviere werden vom Monitoring erfasst.

Der Waschbär lebt nun in jedem zweiten, der Marderhund in jedem dritten und der Mink in fast jedem zehnten Revier. Der Mink gilt als der gefährlichste der drei, weil er Eier und Jungvögel an Ufern frisst. Während die drei Neuzugänge bekämpft werden, siedeln Naturschützer den Luchs im Harz wieder an. Zwischen 2000 und 2006 wurden 24 Tiere ausgesetzt. Sie haben sich kräftig vermehrt.

© SZ vom 23.02.2015 / dpa
Zur SZ-Startseite