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Illegaler Handel mit Wildtieren:Das Rhino-Netzwerk

Suche nach Strategie gegen Nashorn-Wilderer

Zum Schutz vor Wilderern wird ein betäubtes Nashorn mit einem Militärhubschrauber in ein sicheres Gebiet in einem südafrikanischen Nationalpark umgesiedelt.

(Foto: Green Renaissance/dpa)

Gekochte Tigerknochen als Potenzmittel, Nashorn-Pulver als Wundermittel gegen Kater und Krebs. Wissenschaftler haben jetzt das komplexe Netzwerk analysiert, über das der illegale Handel mit bedrohten Tierarten läuft.

Gekochte Tigerknochen für die Potenz, Drachenboote aus Stoßzähnen als Statussymbol, Nashorn-Pulver gegen Kater, Krebs und Rheuma: Der illegale Handel mit Tieren und Körperteilen bedrohter Tierarten ist ein riesiger Industriezweig.

Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt in der Fachzeitschrift PNAS das Netzwerk der Länder analysiert, die am illegalen Handel beteiligt sind, und "Schlüsselländer" sowohl für den Import als auch für den Export ermittelt. Die meisten Elefanten werden demnach aus Kenia und Tansania exportiert.

Südafrika ist Spitzenreiter bei der Ausfuhr von Nashörnern und aus Indien stammen die meisten Tiger. Der mit Abstand größte Importeur aller drei Wildtier-Arten ist China. Vietnam importiert Elefanten und Nashörner; Hongkong und Thailand Elefanten.

Außerdem gibt es den Autoren der Studie zufolge zahlreiche Zwischenhändler-Länder. Die Unübersichtlichkeit der Netzwerke ist einer der Gründe dafür, dass die meisten Versuche, den illegalen Handel zu stoppen, bisher gescheitert sind. Tierschützer greifen deshalb hin und wieder zu verzweifelten Maßnahmen und fliegen schon mal Nashörner in Südafrika per Militärhubschrauber aus der Gefahrenzone (Foto).