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Forschung:USA investieren Millionen in Mikrobenforschung

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Forschung an Mikroorganismen im Labor.

(Foto: dpa)
  • Die US-Regierung startet eine "Nationale Mikrobiom Initiative" (NMI).
  • Das etwa 500 Millionen Dollar teure Projekt soll Mikroorganismen erforschen.
  • Mikroben beeinflussen Menschen, Tiere und Pflanzen - doch bislang weiß man weniger über sie.

Am Freitag hat die US-Regierung die Nationale Mikrobiom Initiative (NMI) gestartet, die das Ziel hat, das mikroskopische Leben auf dem Planeten systematisch zu erforschen. 120 Millionen Dollar gibt der Staat, weitere 400 Millionen kommen von mehr als 100 Universitäten, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen. Die US-Regierung vergleicht die Bedeutung des Vorhabens mit der Landung des Menschen auf dem Mond.

Es ist das bislang größte Forschungsprojekt weltweit, das sich den mikroskopischen Lebensformen widmet. Deren Bedeutung für die Gesundheit von Menschen und Umwelt wird seit einigen Jahren immer deutlicher.

Mikroben sind wichtig für den gesamten Planeten

Hundert Billionen Bakterien besiedeln den menschlichen Körper, die meisten leben im Verdauungstrakt. Dass sie dort weit mehr tun, als nur bei der Verdauung zu helfen, beginnen Forscher erst allmählich zu verstehen. Genauso wichtig sind Mikroben für globale Stoffkreisläufe, für die Gesundheit von Tieren und Pflanzen, den Boden, die Ozeane, sprich: den gesamten Planeten.

Das amerikanische Großprojekt will jetzt die Forschung auf all diese Bereiche konzentrieren. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen nicht einzelne Mikroben, sondern Lebensgemeinschaften aus verschiedenen Bakterien, Pilzen und anderen einzelligen Lebewesen. Ökologen, Mediziner und Biotechnologen wollen herausfinden, wie diese Mikrobengemeinschaften genau funktionieren.

Eine zweite Forschungsfrage lautet, wie sich Bakterien industriell nutzen lassen, um etwa Biosprit, chemische Rohstoffe oder Arzneimitteln zu erzeugen. Auch in der Landwirtschaft spielen Mikroorganismen eine wichtige Rolle. Sie können die Produktivität von Pflanzen steigern, sie mit Nährstoffen versorgen und vor Schädlingen schützen.

Am Freitag hat das Weiße Haus ein Paper veröffentlicht, in dem alle Details nachzulesen sind.

© SZ.de/hach/dpa/rus

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