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Deutscher Umweltpreis 2009:Die Öko-Sieger

Sie haben im Auftrag der Natur gehandelt. Jetzt werden sie dafür belohnt: Die Gewinner des Deutschen Umweltpreises stehen fest.

Zwei Jungunternehmer, ein Meeresbiologe und eine engagierte Umweltschützerin erhalten in diesem Jahr den mit insgesamt 500.000 Euro dotierten Deutschen Umweltpreis. Es ist die höchste Auszeichnung, die in Europa für Verdienste um die Ökologie vergeben wird.

Carsten Bührer, ein Teil des Gründer-Duos der Firma Zenergy.

(Foto: Foto: DBU)

Die diesjährigen Träger des von der Bundesstiftung Umwelt DBU ausgelobten Preises sind: das Gründer-Duo der Firma Zenergy, Petra Bültmann-Steffin und Carsten Bührer, der Leiter des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie, Bo Barker Jørgensen sowie die langjährige Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Angelika Zahrnt.

"Ein Stück Technikgeschichte"

Die beiden Unternehmer sind nach Einschätzung der Jury und des Kuratoriums der DBU preiswürdig, weil sie das erst vor gut 20 Jahren entdeckte physikalische Prinzip der Hochtemperatur-Supraleitung für industrielle Zwecke nutzbar gemacht haben.

Supraleiter transportieren Strom ohne elektrischen Widerstand. Das spart Energie, vor allem dort, wo hohe Stromflüsse gebraucht werden - zum Beispiel in der Metallverarbeitung. Schon der Einsatz eines einzigen von Bültmann-Steffin und Bührer entwickelten Heizers spare jährlich 600 Tonnen CO2, sagte der DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde am Mittwoch bei der Vorstellung der Teilnehmer. Die Entwicklung lobte er als "ein Stück Technikgeschichte". Bültmann-Steffin und Bührer erhalten zusammen ein Drittel des Preisgeldes.

Mikroorganismen, die Methan unschädlich machen

Ebenfalls mit einem Drittel des Preises werden die wissenschaftlichen Arbeiten von Bo Barker Jørgensen gewürdigt. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen hat aufgezeigt, welche Rolle die in den Weltmeeren und im Ozeanboden lebenden Kleinstlebewesen für den globalen Klimawandel spielen.

Zum Beispiel entsteht am Meeresgrund Methan, wenn Tiere und Pflanzen absterben. Normalerweise sammelt sich dieses als Methanhydrat im Ozeanboden an. Dort kann es jedoch ausbrechen und in großen Mengen in die Atmosphäre gelangen, mit beträchtlichem Einfluss auf das Weltklima. Jørgensen hat Mikroorganismen entdeckt, die das Methan unschädlich machen.

Die dritte Preisträgerin ist Angelika Zahrnt, die sich jahrzehntelang ehrenamtlich für den Schutz der Umwelt eingesetzt hat. Sie initiierte 1996 die großangelegte Studie "Zukunftsfähiges Deutschland", die das Thema einer langfristig tragfähigen Wirtschaftsweise von der Abstraktheit in die praktische Politik und die Alltagswirklichkeit überführte.

Konzept Öko-Steuer

Dies war die Basis für viele kommunale Initiativen in der Folge des Agenda-21-Prozesses nach der Umweltkonferenz in Rio. Die von Zahrnt angestoßene Folgestudie "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt" ist seit 2008 ein Standardwerk für ein ökonomisch und ökologisch verantwortbares Wohlstandsmodell.

Das Konzept der Öko-Steuer hat sie bereits vor 20 Jahren aufgegriffen und in der politischen Debatte weiterentwickelt. Angelika Zahrnt gehört dem Rat für nachhaltige Entwicklung an, der die Bundesregierung mit Gutachten unterstützt. Bundespräsident Horst Köhler wird die Auszeichnungen am 25.Oktober in Augsburg überreichen.