Bedenkliche Chemikalie:Bisphenol A schadet trächtigen Affen

Viele Alltagsartikel enthalten Bisphenol A, obwohl es schon länger Hinweise auf Gesundheitsschäden gibt. Jetzt berichten US-Forscher, dass die Chemikalie bei Makaken die Entwicklung von Eizellen stört.

Katrin Blawat

Die Chemikalie Bisphenol A (BPA) schadet trächtigen Rhesusaffen. Zudem beeinträchtigt sie bei den ungeborenen Weibchen die Entwicklung von Eizellen und von deren umhüllenden Bläschen, den Follikeln. Dies sei bereits bei Konzentrationen aufgetreten, die den bei Menschen gemessenen Werten ähnelten, berichtet ein Team um Patricia Hunt von der Washington State University (PNAS, online).

Auch Affen können etwas Mathematik

Die Chemikalie Bisphenol A führt bei weiblichen Rhesusaffen zu einer gestörten Eizell-Entwicklung.

(Foto: dpa)

BPA ist ein Ausgangsstoff für viele Kunststoffe und in zahlreichen Alltagsartikeln enthalten. Hinweise auf schädliche Wirkungen hat es bereits aus zahlreichen Versuchen mit Mäusen gegeben. Die Forscher fütterten einem Teil der Affen einmal täglich ein mit BPA belastetes Stück Obst. Die anderen Versuchstiere bekamen ein BPA-Depot unter die Haut implantiert, das kontinuierlich geringe Dosen der Substanz abgab. Diese BPA-Dosen entsprachen etwa jenen, die ein Mensch im Alltag aufnehmen kann.

In beiden Gruppen kam es bei den erwachsenen Rhesusaffen-Weibchen kurz nach der Befruchtung vermehrt zu Störungen in der Eizell-Entwicklung. Bei den Tieren mit eingepflanztem BPA-Vorrat fanden sich außerdem Schäden an den Follikeln der ungeborenen Rhesusaffen. Die Chemikalie wirkt im Körper wohl ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. BPA steht im Verdacht, beim Menschen Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislaufleiden und auch Fruchtbarkeitsstörungen zu begünstigen.

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