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Astronomie:Größter Meteoritenkrater der Welt entdeckt

30 Kilometer tief soll sich der Himmelskörper in die Erde gebohrt haben, auf dessen Spuren dänische Forscher an der Südwestküste Grönlands gestoßen sind. Der Einschlag hat sich ihrer Einschätzung nach vor drei Milliarden Jahren ereignet.

Dänische Forscher sind überzeugt, an der Südwestküste Grönlands den größten Meteoritenkrater der Welt gefunden zu haben.

Meteoriteneinschlag in Grönland

So stellen sich die dänischen Forscher den Einschlag des Meteoriten vor drei Milliarden Jahren vor.

(Foto: Carsten Egestal Thuesen, GEUS)

Das Geschoss aus dem All hatte einen Durchmesser von 30 Kilometern und drang ebenso tief ins Erdreich ein. Dabei brachte der Brocken den Erdmantel zum Schmelzen und hinterließ einen mehr als 500 Kilometer breiten Krater, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin Earth and Planetary Science Letters (Bd. 337, S. 197, 2012).

Oberflächlich ist heute von dem massiven Einschlag, der sich vor drei Milliarden Jahren ereignet hat, nichts mehr zu sehen. Tektonische Verschiebungen haben die Landschaft längst wieder umgewälzt, was die Spurensuche erschwert.

Auf einer Fläche von der Größe Belgiens finden sich jedoch Unregelmäßigkeiten im Magnetfeld, die das Forscherteam um Adam Garde vom Geologischen Dienst Dänemarks zu genaueren Untersuchungen bewegt haben. Sie fanden Lamellen im Gestein, die geordnet in eine Richtung weisen.

Ein Meteoriteneinschlag ist hierfür die naheliegende Erklärung. "Das Gestein wurde derart gepresst und erhitzt, dass es zu speziellen Schmelzprozessen gekommen ist. Irdische Kräfte wie Erdbeben oder Plattenverschiebungen können dazu nicht ausgereicht haben," sagt Garde und hofft auf weitere solche Entdeckungen.

"Die Bandbreite unserer Untersuchungen - von Mikrostrukturen bis hin zu großen Geoformationen - könnte den Weg für neue Suchansätze ebnen." Zum Zeitpunkt des Einschlags lebten nur Bakterien auf der Erde. Zumindest ein Teil von ihnen hat das Inferno überlebt und sich zu höheren Lebensformen entwickelt.

Der Meteorit, der wohl zweieinhalb Milliarden Jahre später die Dinosaurier auslöschte, war nur halb so groß wie der in Grönland vermutete.