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Wohnen:Deutsche geben mehr für Möbel aus

Die Menschen sind nicht in den Urlaub gefahren - und haben das so gesparte Geld auch in ihr Zuhause investiert. Das freut die Möbelhändler. Doch da ist noch das Problem mit dem Januar.

Im Corona-Krisenjahr 2020 konnte der Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandel seine Umsätze voraussichtlich um rund ein Prozent auf etwa 34,5 Milliarden Euro steigern, wie der Geschäftsführer des Handelsverbandes Möbel und Küchen (BVDM), Christian Haeser, am Mittwoch berichtete. Nach Umsatzeinbruch durch den ersten Lockdown im Frühling 2020 habe die Branche von Sommer an profitiert. Da Urlaubsreisen oft ausgefallen seien, hätten die Verbraucher das dafür eingeplante Geld oft in die eigene Wohnung investiert. Auch die zeitlich begrenzte Senkung der Mehrwertsteuer habe sich positiv bemerkbar gemacht. Zu den größten Gewinnern gehörte dabei der Online-Möbelhandel, auf den nach Schätzungen des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM) inzwischen 18 Prozent der Branchenumsätze entfallen.

Im Gegensatz zum Möbelhandel musste die deutsche Möbelindustrie den Hochrechnungen zufolge 2020 pandemiebedingt ein Umsatzminus von rund vier Prozent hinnehmen. Doch dafür startet sie dank eines Auftragsbooms im November und Dezember mit gut gefüllten Auftragsbüchern ins neue Jahr, wie der VDM berichtete. In der deutschen Wohnmöbelindustrie seien die Auftragseingänge 2020 um 14,1 Prozent, in der Küchenmöbelindustrie um 11,8 Prozent und in der Polstermöbelindustrie um 5,5 Prozent gestiegen, berichtete VDM-Geschäftsführer Jan Kurth. Er betonte, der Januar sei eigentlich "der mit Abstand umsatzstärkste Monat im Möbelhandel". Der aktuelle Lockdown treffe die Branche deshalb besonders hart. Er plädierte dafür, dem Möbelhandel so rasch wie möglich wenigstens Einzelberatungen für Kunden nach Terminvereinbarung und unter Beachtung der Maskenpflicht zu ermöglichen. Wenn die Impfungen voranschreiten und das Reisen durch Europa wieder möglich wird, rechnet der BVDM nur noch "mit bestenfalls stagnierenden Auftragseingängen". Denn dann würden die Ausgaben für Urlaubs- und Privatreisen wieder steigen, prognostizierte Haeser.

© SZ vom 21.01.2021 / dpa
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