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Weltwirtschaft:China ist der wichtigste Handelspartner

Für Deutschland nimmt die Bedeutung der USA ab, dafür gibt es aber jemanden anderen, mit dem der Handel umso besser läuft: China.

Die USA sind nicht mehr die Nummer eins, zumindest nicht als Handelspartner Deutschlands. Bereits vor dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump verdrängte China die Vereinigten Staaten von dem Spitzenplatz.

Zwischen Deutschland und China wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von knapp 170 Milliarden Euro gehandelt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dabei war der Wert der Importe aus der Volksrepublik von 93,8 Milliarden Euro deutlich höher als der Wert der Exporte nach China mit 76,1 Milliarden Euro. Wichtigster Zielmarkt blieben zwar die USA: Das Land importierte Waren "Made in Germany" im Wert von knapp 107 Milliarden Euro. Doch im Vergleich zum Vorjahr verringerten sich die deutschen Ausfuhren in die Vereinigten Staaten um fast sieben Milliarden Euro. Das verringert den Gesamt-Außenhandelsumsatz aus Importen und Exporten mit der weltweit größten Volkswirtschaft auf etwa 165 Milliarden Euro.

Einen "Trump-Effekt" kann der Außenhandelsverband BGA in diesen Zahlen nicht erkennen. Allerdings könne man damit rechnen, dass wegen der protektionistischen Pläne Trumps die Beziehung zu China noch wichtiger werde. Ähnlich sieht das auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). China werde vorerst die Nummer eins für Deutschland bleiben. Die chinesische Wirtschaft wachse zwar nicht mehr wie in den Boomjahren, profitiere aber weiter von massiver staatlicher Unterstützung wie Investitionen in Infrastruktur.

Die USA waren 2015 erstmals seit 55 Jahren wieder zum wichtigsten Handelspartner der deutschen Wirtschaft aufgestiegen und hatten den langjährigen Spitzenreiter Frankreich auf den zweiten Platz verdrängt.

© SZ vom 25.02.2017 / AFP/DPA

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