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Was kommt:Lesen und Geld

Nanda Bergstein

2005 kamen Menschenrechtsverletzungen bei einem Zulieferer von Tchibo in Bangladesch heraus. Bergstein half damals noch als Beraterin mit, die Krise zu bewältigen - und fand, dass der Konzern ehrlich etwas ändern wolle.

(Foto: M. Kuhn/oh)

Bibliotheken sind wichtig, sagt Elisabeth Niggemann im Montagsinterview. Im "Reden wir über Geld"-Interview geht es um Kunst ohne Bezahlung.

Elisabeth Niggemann ist die Generaldirektorin der Deutsche Nationalbibliothek; die größte Bibliothek Deutschlands kommt auf einen Bestand von mehr als 36 Millionen Bücher, viele davon lagern in Frankfurt tief unten in der Erde über drei Etagen verteilt. Im großen Montagsinterview erklärt Niggemann, warum Bibliotheken in Zeiten von Google und Fake-News besonders wichtig sind und nicht nur als Ort zum Flirten dienen. "Es ist inzwischen so leicht, etwas digital zu verfälschen, ob das nun Fotos, Zitate oder Fakten sind", sagt Niggemann, "die große Frage ist heute, wer glaubwürdig ist, wem man vertrauen kann. Deshalb sind Bibliotheken so wichtig." Ende des Jahres geht sie nach 20 Jahren im Job in den Ruhestand.

Nanda Bergstein hat familiäre Wurzeln in Indien. Die Tchibo-Managerin setzt sich für bessere Arbeits- und Produktionsbedingungen in den Zulieferbetrieben des Textilhandels ein. Spätestens seit dem Einsturz der Fabrik Rana Plaza in Bangladesch, bei dem mehr als 1100 Menschen starben, ist auch hierzulande vielen Menschen bewusst, dass billige T-Shirts einen hohen Preis haben. "Wir wissen schon lange über die verheerenden Wirkungen unseres Lebensstils. Aber wo bleiben die Veränderungen?", sagt Bergstein . Und: "Wir müssen gemeinsam mehr wagen, denn die Zeit spielt gegen uns." Wie sie mit viel Engagement versucht, Tchibo-Kunden, Lieferanten, aber auch Wettbewerber und Politiker zu Veränderungen zu bewegen, lesen Sie in der kommenden Woche im Mittwochsporträt.

Die Tänzerin Khadija Tariyan ist in Berlin aufgewachsen, als Kind US-amerikanischer Künstler. Ihre Muttersprache sei Denglisch, sagt sie. Im "Reden wir über Geld"-Interview in der Freitagsausgabe erzählt sie von Kunst ohne Bezahlung, verrückt teuren New Yorker Mietpreisen und wie sie es an den Broadway geschafft hat, wo sie die fast 1000 Kilo schwere Gorillapuppe im Musical "King Kong" steuert.

Bis vor knapp drei Jahren war Usbekistan eine Diktatur und recht verschlossen. Doch seit 2016 öffnet eine neue Regierung das Land. Präsident Schawkat Mirsijojew hat seinen Bürgern versprochen, sie "reich zu machen", die dafür notwendigen Reformen können ihm gar nicht schnell genug gehen. Nicht jeder Usbeke kommt da mit, doch ausländische Investoren wittern ihre Chance in einem Land, dessen Märkte der stellvertretende Investitionsminister selbst "jungfräulich" nennt. Von der Öffnung profitieren auch deutsche Firmen, sie liefern Maschinen für die in Usbekistan so wichtige Textilindustrie, mischen beim usbekischen Bauboom mit, bringen neue medizinische Behandlungsmethoden ins Land. Und erleben dabei immer wieder Überraschungen. Mehr über das Land von unserer SZ-Korrespondentin Silke Bigalke im Report am Samstag.

Was noch? Am 28. Juli findet der Grand Prix in Deutschland wieder am Hockenheimring statt. Formel 1, das steht für Männer, die von Frauen bewundert um die Wette rasen - trotz der Diskussionen um Tempolimits, Fahrverbote und "Me Too": Selbst die Protagonisten fragen sich inzwischen, ob dieser Sport noch zu retten ist. SZ-Autor René Hofmann wagt den Blick in die Zukunft der Formel 1 im Samstagsessay.