Was kommt Jobs für Millionen

Chris Blackwell, 1937 in London geboren, gehört mütterlicherseits zu einer jamaikanischen Zucker- und Rum-Dynastie. Noch reicher wurde er mit der Musikfirma Island Records, die nicht nur Reggae groß machte.

(Foto: Alamy/mauritius images)

Jonas Prising vermittelt gut 3,5 Jobs pro Jahr. Im Montags-interview erklärt er, warum er Warnungen vor millionenfachen Stellenverlusten für übertrieben hält. Am Samstag startet eine neue Serie über die Vorzüge der Europäischen Union.

Von marc beise

Einen so tiefen Einblick in Arbeitswelten großer Konzerne und kleiner Mittelständler bekommen nur wenige. Jonas Prising, in Schweden geboren, in Milwaukee zu Hause, führt seit vier Jahren die weltweit drittgrößte Zeitarbeitsfirma Manpower und ist ein gefragter Experte, wenn es um den digitalen Wandel in der Arbeitswelt geht. Etwa 3,5 Millionen Menschen vermittelt Manpower im Jahr. Im Montagsinterview zeigt sich der 53-Jährige optimistisch, erklärt, warum er die Warnungen vor millionenfachem Jobverlust überzogen findet und was er von Immobilienunternehmer Donald Trump hält, der schon im Wahlkampf versprochen hatte, den Strukturwandel in der amerikanischen Industrie aufzuhalten.

Für das Mittwochsporträt bietet sich Antonio Neri an, der erst seit einigen Monaten als Nachfolger der Powerfrau Meg Whitman die Firma Hewlett Packard Enterprise führt, die 2015 aus der Aufspaltung des Silicon-Valley-Urgesteins Hewlett Packard hervorgegangen ist. Neri, der sich vom Callcenter-Mitarbeiter zum Geschäftsführer hochgedient hat, ist gefordert. Auch drei Jahre nach der Aufspaltung kämpft Hewlett Packard Enterprises mit Problemen.

Wer Chris Blackwell nicht kennt, würde den älteren Herrn vielleicht für einen Touristen halten, der an der strohgedeckten Bar des "Golden Eye"-Luxushotels den Blick auf die türkisgrüne Lagune genießen möchte. Oder für einen Fan, der den Original-Schauplatz einiger James-Bond-Filme besichtigen will. Tatsächlich gehörte das Anwesen einst James-Bond-Autor Ian Fleming, dem Geliebten von Blackwells Mutter. Heute besitzt der 80-Jährige eine ganze Reihe von Luxushotels in Jamaika und der Karibik - die SZ stellt ihn im Reden-wir-über Geld-Interview am Freitag vor. Berühmt wurde Blackwell vor allem durch sein Plattenlabel Island Records, bei dem Bob Marley, Grace Jones, Tom Waits und U2 veröffentlichten. Klar, dass Plattencover alle Wände der Bar des "Golden Eye" schmücken, während afrikanische Musik aus den Lautsprechern tönt. "Drinnen ist es leiser", sagt Blackwell, nimmt seine Kaffeetasse und bittet den Besucher in eine der privaten Strandhütten.

Am Samstag schließlich startet eine neue Serie. In vielen Ländern haben EU-kritische Parteien Aufwind, doch wir wollen über den Sommer in Reportagen beleuchten, wie die EU das Leben in vielen Regionen verbessert. Den Auftakt macht London-Korrespondent Björn Finke, der die Grenzregion in Nordirland besucht hat. Viele Europäer nehmen es als gegeben bin, dass Grenzen heute nahezu unsichtbar sind. Aber nach dem Brexit verläuft zwischen Nordirland und Irland eine Außengrenze der EU. Die Bürger dort befürchten, dass ihr Alltag dann schwieriger wird. Und sie befürchten, dass eine sichtbare, spürbare Grenze den Friedensprozess in der einstigen Unruheprovinz gefährdet. Das Chaos in der britischen Regierung macht solche Sorgen nur größer.

Was noch? Diese Woche war geprägt vom großen SZ-Projekt #MeineMiete. Der Wirtschaftsreport in dieser Ausgabe ist ein besonders interessantes, aber sicher nicht das letzte Stück zu einem Thema, das den Menschen offensichtlich unter den Nägeln brennt. Wirtschaft ist spannend, aber nicht immer schön.