bedeckt München 22°
vgwortpixel

Was kommt:50 Jahre Ispo

Michael Kliger will bald auch Männermode anbieten.

(Foto: oh)

Es ist eine Messe, aber eine, die traditionell auf großes Interesse stößt: Die Internationale Sportartikelmesse (Ispo) feiert ab Sonntag ihr 50-jähriges Bestehen. Mit neuen Themen.

Es ist ein besonderes Jubiläum: Wenn an diesem Sonntag in München die Internationale Sportartikelmesse (Ispo) beginnt, feiern die Veranstalter das 50-jährige Bestehen der Veranstaltung. Am 8. März 1970 eröffnete die erste Ispo, 816 Aussteller aus 25 Ländern waren damals vor Ort. Mehr als 10 000 Fachbesucher kamen an drei Tagen - und das "Aktuelle Sportstudio" im ZDF sendete öffentlichkeitswirksam live von der Messe. Die Veranstaltung, nach wie vor die größte Sportfachmesse der Welt, hat sich schnell etabliert - und ist auch für München ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im sonst eher flauen Januar. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 85 000 Besucher aus 120 Ländern. In diesem Jahr werden Klimawandel, Nachhaltigkeit und der wachsende Online-Handel die großen Themen sein - nachzulesen in der Montagsausgabe.

Die Deutschen können vieles, Mode eher nicht. Mindestens stehen sie dem Thema eher skeptisch gegenüber - was man auch daran sieht, dass die Berliner Fashion Week nicht wirklich auf die Beine kommt und heimische Designer, sobald der internationale Erfolg sich einstellt, schleunigst nach Mailand oder Paris übersiedeln. Umso erstaunlicher, dass in Aschheim vor den Toren Münchens einer der weltweit größten Online-Händler für Luxusmode residiert: Mytheresa. Bisher hat das Unternehmen nur Frauen beliefert, von kommender Woche an kleidet es auch die Herren ein. Im Montagsinterview mit Tanja Rest erläutert Firmenchef Michael Kliger , was er sich von diesem Schritt verspricht.

Das Mittwochsporträt erzählt die Geschichte von Iris Braun. Die 31-Jährige hat zusammen mit drei Mitgründern das Start-up Share ins Leben gerufen. Share verkauft Mineralwasser, Schokoriegel, Seife und andere Konsumgüter und spendet für jedes verkaufte Produkt ein Äquivalent an Bedürftige. Es geht um den sogenannten "sozialen Konsum". Braun, die auf dem Land aufwuchs, hat es dafür über Thailand, England, die USA, Bangladesch und Indien zurück nach Berlin verschlagen.

In Las Vegas hat man ganz andere Probleme. Auf der Technikmesse CES gab es nicht nur verrückte Gadgets zu bestaunen, sondern auch ein riesiges E-Sport-Stadion. Die Akteure sind Superstars und verdienen Millionen, Unternehmen treten als Sponsoren auf und vermarkten Tastaturen und Bildschirme, wie Sportartikel die Schuhe berühmter Athleten feilbieten. Wird die Begeisterung junger Leute für Computersport langfristig den traditionellen Disziplinen schaden? Jürgen Schmieder hat sich in der Branche umgesehen, zu lesen im Report am Samstag.

Was noch? Ende Januar beginnt die aufregende Zeit der Bilanzen. Die Unternehmen legen ihre Zahlen für 2019 vor und wagen den Ausblick auf ein Jahr mit vielen Unsicherheiten. Die Liste der Jahresergebnisse wird Tag für Tag länger. Einzelne Unternehmen sind auch bereits mit ihren Hauptversammlungen dabei, Thyssenkrupp am Freitag, Blackrock bereits am Mittwoch. Und alle warten auf Siemens, wo Klimaaktivisten ihrer Enttäuschung über den Kurs des Vorstandschefs Joe Kaeser Luft machen wollen, der Erwartungen geweckt hat, die er nicht einlöst. Das ist allerdings erst ein Thema für die übernächste Woche: am 5. Februar ist Siemens-Tag. Zum Vormerken.

© SZ vom 25.01.2020
Zur SZ-Startseite