Vonovia und Co. Wie Vonovia modernisert - und baut

Modernisierungen

Wer eine Wohnung modernisiert, darf elf Prozent der Kosten auf die jährliche Miete umlegen. So steht es im Gesetz. Vonovia gibt Jahr für Jahr mehr Geld aus für neue Fenster und Balkone, Dämmungen und Aufzüge. In diesem Jahr sollen die Investitionen um weitere 50 Prozent steigen.

Es sind wichtige Ausgaben, um Energie zu sparen und Gebäude seniorengerecht umzubauen. Und nicht immer legt Vonovia die vollen elf Prozent auf ihre Mieter um. Doch angesichts der niedrigen Energiepreise sind die Mietsteigerungen höher als die eingesparten Heizkosten, "sodass die Mieter eine höhere Warmmiete tragen müssen als vor den Modernisierungen", sagt Karin Lorenz-Hennig vom BBSR.

Zum Beispiel Joachim Numrich: Die neue Heizung seiner Mietwohnung soll 20 Prozent Energie sparen. So steht es in der Ankündigung. Der Mieter würde somit sieben Euro pro Monat sparen. Doch Vonovia würde die Monatsmiete um 70 Euro erhöhen. Ein krasses Missverhältnis.

Numrich weiß, dass er kaum Chancen hat, sich gegen diese Erhöhung zu wehren. Zwar hat die Bundesregierung versprochen, die Umlage der Modernisierungskosten abzusenken. Doch finden Union und SPD seit drei Jahren keinen Kompromiss. Darum, fürchtet das BBSR, haben Vermieter einen Anreiz, hohe Modernisierungskosten zu produzieren, um dann "einen möglichst großen Teil davon umzulegen".

Vonovia-Chef Buch weist dies für seinen Konzern zurück. "Wir folgen dem politischen Konsens, wonach der Gebäudesektor seine CO₂-Emissionen senken muss, um die Einsparziele zu erreichen." Vonovia modernisiere zudem vergleichsweise günstig.

Neubau

Beim Neubau hinken die privatwirtschaftlichen Konzerne den städtischen Gesellschaften hinterher. Städte wie München, Hamburg oder Frankfurt haben ihre kommunalen Gesellschaften dazu gebracht, Hunderte neue Wohnungen pro Jahr zu bauen. Doch die Großvermieter wagen sich nur zögerlich auf dieses Feld.

In diesem Jahr will Vonovia nun andere Akteure überholen und etwa 1000 neue Mietwohnungen auf bestehenden Grundstücken bauen, durch Aufstockung und Neubau in Städten mit steigenden Mieten. Auch Deutsche Wohnen treibt den Ausbau von Dächern und Obergeschossen voran.

"Wir werden vor allem bezahlbare Wohnungen bauen, um das knappe Angebot etwas zu erhöhen", sagt Vonovia-Chef Buch. Sein Konzern alleine wird das Problem der Wohnungsknappheit aber nicht lösen können, sagt er. "Dafür ist Vonovia viel zu klein."