Versicherungen Lemonade will nach Europa

Von Frederike Krieger, Köln

Der US-Digitalversicherer Lemonade will in den europäischen Markt einsteigen. "Wir sind begeistert, ankündigen zu können, dass Lemonade nach Europa kommt - unser erster großer Markt außerhalb der Vereinigten Staaten", kündigte Chef und Mitgründer Daniel Schreiber in seinem Blog an. Details nannte er nicht.

Der Online-Versicherer ist seit Herbst 2016 in den USA aktiv. Er ist mit dem Credo angetreten, lästige Versicherungsangelegenheiten zu einer angenehmen Erfahrung zu machen, ähnlich einer sauren Zitrone aus der leckere Limonade wird. Lemonade bietet Policen für Mieter, Haus- und Wohnungseigentümer an. Das Start-up setzt stark auf automatisierte Prozesse, Chatbots und künstliche Intelligenz. Es verspricht einen Versicherungsabschluss in 90 Sekunden und eine Schadenregulierung in drei Sekunden. Das ist eine Kampfansage an traditionelle Versicherer. In Deutschland dauert es durchschnittlich 30 Tage, bis ein Sachschaden bezahlt ist.

Obwohl die Prämieneinnahmen der Firma noch überschaubar sind und es tief in den roten Zahlen steckt, sprechen ihm viele Experten hohes Potenzial zu. Fast bei jeder Branchenkonferenz, bei der es um Digitalisierung geht, fällt der Name Lemonade. Das Start-up hat sich einflussreiche Investoren gesichert. So investierte ein Konsortium um den japanischen Technologiekonzern Softbank 2017 rund 120 Millionen Dollar (106 Millionen Euro). Auch Google gehört zu den Finanziers - ebenso wie die klassischen Versicherer Allianz und Axa. "Wir hoffen, dass die beiden unseren Start in Europa eher als Boost für ihr Investment sehen statt als Herausforderung für ihr Geschäft", so Schreiber. Er fügte aber hinzu, das Lemonade durchaus beabsichtige, letzteres zu werden.