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USA:Yellen als Finanzministerin?

Janet Yellen

Janet Yellen war von 2014 bis 2018 Präsidentin des Federal Reserve Board.

(Foto: AP)

Ehemalige Notenbank-Chefin könnte als erste Frau diesen Spitzenposten besetzen. Yellen gilt als Anhängerin der Theorien von John Maynard Keynes.

Der designierte US-Präsident Joe Biden will offenbar die ehemalige US-Notenbank-Chefin Janet Yellen als Finanzministerin nominieren. Das berichtete das Wall Street Journal am Montag unter Berufung auf in die Entscheidung eingeweihte Personen. Biden stellt derzeit die Kandidatenliste für sein Kabinett zusammen. Erste Namen hat er bereits bekanntgegeben, nicht aber, wen er an die Spitze des Finanzressorts heben möchte. Neben Yellen galten zuletzt auch die Fed-Direktorin Lael Brainard sowie der Chef der Notenbank von Atlanta, Raphael Bostic und die ehemalige Fed-Direktorin Sarah Bloom Raskin als Anwärter auf den Posten. Bidens Auswahl muss vom Senat bestätigt werden. Die demokratische US-Zentralbank-Gouverneurin Lael Brainard soll auf Wunsch des gewählten neuen US-Präsidenten bei der Notenbank Fed bleiben, hieß es.

Yellen stand seit 2014 an der Spitze der Federal Reserve. Als 2018 ihre Amtszeit ablief, nominierte Präsident Donald Trump sie nicht erneut, sondern entschied sich für Jerome Powell, der die Notenbank aktuell führt. Biden steht vor der großen Herausforderung, nach seinem Amtsantritt im Januar kommenden Jahres die US-Wirtschaft durch die gerade wieder eskalierende Corona-Krise zu kriegen. Yellen gilt als eine Anhängerin der Theorien des Ökonomen John Maynard Keynes, nach denen Regierungen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung wirtschaftlicher Krisen zukommt. Als Finanzministerin würde Yellen ein neues Kapitel in ihrer Karriere aufschlagen - und die USA beispielsweise in internationalen Finanzfragen vertreten sowie eine öffentliche Fürsprecherin von Bidens Wirtschaftsagenda werden. Die Felder innerhalb des Finanzministeriums sind breit; sie reichen etwa von Steuerfragen über Bankenregulierung und bis hin zum Drucken von Banknoten.

© SZ vom 24.11.2020 / Reuters/dpa/SZ
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