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Unicredit:Böser Onkel

Ein radikaler Konzernumbau und der Abbau von mehr als 18 000 Stellen sollen den Bankenkonzern Unicredit auf Profitabilität trimmen.

Allen war es klar: Federico Ghizzoni zückt am Mittwoch seine letzte Karte. Er muss glaubhaft machen, dass bei Unicredit, dem europäischsten Geldkonzern des Kontinents, in Zukunft alles besser wird: die Profitabilität, der Börsenwert, der Aktienkurs. Die Karte muss die Anleger davon überzeugen, dass die Italiener nicht darauf angewiesen sind, neues Geld bei den Aktionären einzusammeln. Sie auszuspielen hat aber einen Preis: Ghizzoni, 60, muss sein Guter-Onkel-Image abschütteln. Und siehe da, verflogen sind Zurückhaltung und eine gewisse Unentschlossenheit. Mit der Neuauflage des Sparprogramms zieht der Unicredit-Chef nun andere Saiten auf. Die Kosten sollen bis 2018 um 1,6 Milliarden Euro kräftig gekürzt werden, von 18 200 Mitarbeitern will er sich konzernweit gegenüber dem Stand von 2014 trennen - 14 Prozent der Unicredit-Beschäftigten. Darunter sind auch 6000 Mitarbeiter in der Ukraine, wo Unicredit die Ukrsotsbank abstößt. Zudem wird die Konzernstruktur radikal abgespeckt. In den zentralen Abteilungen fallen durch die Einsparungen 17 Prozent der Stellen weg. Die Stärkung des digitalen Bankgeschäfts, in das 1,2 Milliarden Euro investiert wird, kostet 5800 Arbeitsplätze.

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