Textilbranche Accessorize in Not

Der Bekleidungs- und Accessoireshändler Monsoon Accessorize hat einen Insolvenzantrag gestellt. Schon am Donnerstag der vergangenen Woche ordnete das Amtsgericht Ingolstadt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bei der deutschen Tochter des britischen Konzerns Monsoon Accessorize an. Das soll aber laut Insolvenzverwaltung vorerst keine spürbaren Folgen für die mehr als dreißig Läden der Kette in Deuschland haben. Die Insolvenzverwalter wollen sich eigenen Angaben zufolge zunächst einen Überblick über die finanzielle Situation verschaffen. Das Geschäft läuft erst einmal in allen Filialen uneingeschränkt weiter. "Die Kunden können wie gewohnt in den Filialen einkaufen", betonte der vorläufige Insolvenzverwalter Ivo-Meinert Willrodt von der Pluta Rechtsanwalts GmbH. Ziel ist es, jetzt so rasch wie möglich einen verlässlichen Investor zu finden. Den Angaben zufolge sind der britische Mutterkonzern und das deutsche Online-Geschäft der Marke Accessorize nicht von dem Verfahren betroffen.

Der Grund für die Finanznöte sind laut Willrodt das geänderte Konsumverhalten. Die Kunden kaufen mehr im Internet ein. Das habe zu Umsatzrückgängen in den Filialen geführt. Monsoon Accessorize betreibt seit 2006 hierzulande stationären Geschäfte. Derzeit beschäftigt die hiesige Tochter nach Angaben der Insolvenzverwaltung etwa 190 Mitarbeiter. Die Muttergesellschaft von Accessorize wurde Anfang der Siebzigerjahre gegründet und kämpft wie andere Firmen der Branche seit langem mit schwindendem Absatz.