Tabaksteuer:Rauchen und dampfen werden teurer

Lesezeit: 1 min

E-Zigarettenbranche

Besonders stark steigt die Steuer unter anderem auf Liquids für E-Zigaretten.

(Foto: Lisa Ducret/dpa)

Die Steuern auf Zigaretten und andere Tabakwaren steigen in den nächsten Jahren weiter an.

Raucher müssen in den kommenden Jahren mehr an den Fiskus zahlen. In den Jahren 2022 und 2023 erhöht sich die Tabaksteuer auf eine 20er-Packung klassischer Zigaretten im Schnitt um jeweils zehn Cent, nach einem Jahr Pause wird es in den Jahren 2025 und 2026 nochmals jeweils 15 Cent teurer. Das sieht die Tabaksteuerreform vor, die am Freitag den Bundesrat passiert hat und ist damit abgeschlossen ist. Eine Packung Markenzigaretten kostet derzeit etwa sieben Euro, die Hersteller dürften die höheren Steuern an die Endkunden weitergeben. Zuletzt war die Tabaksteuer 2015 angehoben worden.

Schätzungen zufolge greift etwa jeder vierte Erwachsene regelmäßig zur Zigarette - trotz des hohen Gesundheitsrisikos. Das Deutsche Krebsforschungszentrum beispielsweise rechnet erst bei einer Steuererhöhung von zehn Prozent mit einem wesentlichen Effekt - erst dann würden viele Raucher wegen des höheren Preises aussteigen. Die Tabaksteuer ist eine wichtige Einnahmequelle für den Fiskus, im vergangenen Jahr brachte sie 14,7 Milliarden Euro ein. Künftig steigt dieser Wert voraussichtlich deutlich. Ohne Steuererhöhung hatte der Bund für das Jahr 2022 Tabaksteuereinnahmen von 14,1 Milliarden Euro prognostiziert, mit den jetzt beschlossenen Regeln rechnet er mit knapp 16 Milliarden.

Am stärksten zieht der Gesetzgeber aber nicht bei den Zigaretten die Preise an: Wasserpfeifentabak für Shishas, Sticks für Tabakerhitzer und Liquids für E-Zigaretten werden deutlich stärker besteuert. Der Reformteil war umstritten, schließlich enthalten diese Produkte sehr viel weniger Schadstoffe als Tabakzigaretten. Allerdings fehlen bislang Langzeitstudien zu E-Zigaretten und Tabakerhitzern - es ist also unklar, wie schädlich sie auf lange Sicht sind. Reformbefürworter wie der SPD-Politiker Michael Schrodi weisen die Kritik zurück. Neuartige Tabakprodukte seien bislang nur sehr gering besteuert worden. "Nun werden sie angemessen besteuert, weil auch sie die Gesundheit gefährden und Suchtpotenzial haben."

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB