SZ-Interview "Die neue Marke fängt an, wo H&M aufhört"

Die Manager von Hennes & Mauritz, Rolf Eriksen und Karl-Johan Persson, über COS, die neue, anspruchsvollere Marke des schwedischen Modehändlers.

Interview: Elisabeth Dostert

An diesem Freitag eröffnet der schwedische Textilhändler Hennes & Mauritz in London unter dem neuen Markennamen COS sein erstes Geschäft für teurere Mode. COS ist die Abkürzung für Collection of Style und soll so erfolgreich wie die Stammmarke H&M sein.

So sieht ein COS-Kleid aus. Es kostet weit mehr als normale H&M-Mode.

(Foto: Foto: dpa)

Mit detaillierten Prognosen halten sich Vorstandschef Rolf Eriksen, 62, und Karl-Johan Persson, 32, zurück. Persson ist zuständig für die Expansion und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Sein Großvater war der Firmengründer Erling Persson. Die neue Marke COS ist auch sein Baby.

SZ: Herr Eriksen, Herr Persson, mit der neuen Marke COS wagt sich Hennes & Mauritz auf den Markt für teurere Mode. Warum? Ist die Schnäppchenjagd vorbei?

Eriksen: Nein, ganz und gar nicht. Aber wir sind davon überzeugt, dass wir mit der gleichen Philosophie, die H&M stark gemacht hat - Mode und Qualität zum besten Preis zu bieten - auch mit COS im höheren Preissegment erfolgreich sein werden.

SZ: Ist der Markt für die preiswerte Mode von H&M gesättigt?

Eriksen: Noch lange nicht. H&M bleibt auch künftig unser Kerngeschäft.

SZ: Wie hoch ist der Preisunterschied zwischen H&M und COS?

Persson: COS fängt da an, wo H&M aufhört.

SZ: Ein Beispiel bitte?

Persson: Der teuerste Anzug kostet bei H&M etwa 250 Euro. Da fängt COS an.

SZ: Und wo hört COS auf?

Persson: Bei etwa 350 Euro.

SZ: Was unterscheidet den COS-Kunden vom H&M-Käufer?

Persson: Männer und Frauen, die bei COS kaufen, interessieren sich überdurchschnittlich stark für Mode und haben höhere Ansprüche an Qualität und Service als der typische Kunde von H&M. Beide erwarten aber den besten Preis dafür. Es wird viele Kunden geben, die sowohl bei H&M als auch bei COS einkaufen werden.

Eriksen: Aber wir wollen mit COS vor allem Konsumenten gewinnen, die wir bisher mit H&M nicht erreicht haben.

SZ: Wie groß schätzen Sie den europäischen Markt für dieses Segment ein?

Eriksen: Wir haben keine Zahl. Aber da ist Platz für viele Geschäfte.

SZ: Für so viele Geschäfte, wie Sie unter der Marke H&M aufgemacht haben?

Eriksen: Das hängt vom Kunden ab. Wir haben die finanzielle Stärke, mit COS genauso stark zu expandieren wie mit H&M.

SZ: Wer sind denn Ihre neuen Wettbewerber?

Eriksen: Wir nennen keine Namen. Aber es gibt reichlich Konkurrenz.

Persson: Der Vergleich fällt schon deshalb schwer, weil wir einzigartig sind und unseren eigenen Weg gehen.

SZ: Wann hatten Sie die Idee, eine neue Marke zu kreieren?

Eriksen: Ende 2004, die definitive Entscheidung fiel dann 2006.

SZ: Haben Sie in der Frühphase Ihrer Planungen auch darüber nachgedacht, eine etablierte Marke zu übernehmen?

Persson: Nein, nie. Wir waren immer davon überzeugt, dass wir es mit einer eigenen Marke besser machen können.