Streit um Kosten:Firmen drohen mit Baustopp am Panama-Kanal

The first four new gates for the Panama Canal's third set of locks are seen on top of a cargo ship during their arrival to Colon in Colon City

Er wird größer, die Schiffe auch: der Panama-Kanal

(Foto: REUTERS)

Sie wollen 1,6 Milliarden Dollar mehr: Die Konzerne, die den Panama-Kanal ausbauen, wollen die Arbeit einstellen. Sie verlangen mehr Geld vom Staat als bisher ausgemacht.

Der Panama-Kanal wird verbreitert - ein enormes Projekt für das Land in Zentralamerika. Der Wasserweg verbindet Atlantik und Pazifik und ist eine wichtige Route für den Welthandel. Ab Juni 2015 sollen hier noch größere Schiffe fahren können. Webcams zeigen den Fortschritt auf der Baustelle.

Die beteiligten Firmen drohen nun allerdings damit, die Arbeit einzustellen. Das vom spanischen Konzern Sacyr angeführte Konsortium mit der italienischen Firma Impregilo, der belgischen Jan De Nul und der Panamas Constructora Urbana will mehr Geld: 1,6 Milliarden Dollar. Das sei nötig, um unvorhersehbare Ereignissen im Zuge der Bauausführung auszugleichen. Panama habe drei Wochen Zeit, auf die Forderung zu reagieren. Das Konsortium baut eine dritte Schleusenanlage, die auch den größten neuen Frachtern, Kreuzfahrtschiffen und Supertankern ausreichend Platz für eine Durchfahrt bieten soll.

Die Arbeiten sollten eigentlich bis zum 100. Geburtstag in diesem Jahr abgeschlossen sein. Derzeit rechnen die Baufirmen allerdings mit einer Fertigstellung erst im Juni 2015 - neun Monate nach dem im Vertrag genannten Datum. Dort sind zudem Kosten in Höhe von 5,2 Milliarden Dollar vereinbart.

Die Behörden Panamas wollen die Zahlungen nicht erhöhen. Die Firmen sollten sich an den Vertrag halten, sagte der Leiter der Kanalverwaltung, Jorge L. Quijano, der Nachrichtenagentur AP. Das Konsortium wolle nur den Staat dazu zwingen, außerhalb des Vertrags zu verhandeln.

Die Aktionäre der spanischen Firma Sacyr sind verunsichert, wie der Streit ausgeht. Der Kurs des Baukonzerns rutschte zum Handelsstart an der Börse in Madrid um bis zu 18,8 Prozent auf 3,06 Euro ab.

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