bedeckt München 24°

Streik:Ausgetuckert

Im Arbeitskampf: Rikscha-Fahrer in Delhi.

(Foto: Bernat Armangue/AP)

In Indiens Hauptstadt Delhi stehen die beliebten Rikschas still - schuld daran sind Taxi-Apps wie Uber.

Von Katharina Kutsche

Sie gehören zu Indien wie Bollywood und der Taj Mahal: Auto-Rikschas, die Tag für Tag durch den dichten Straßenverkehr in Delhi, Mumbai oder Kalkutta flitzen und Pendler wie Touristen an ihr jeweiliges Ziel bringen. Doch am Dienstag bewegte sich unter anderem in Indiens Hauptstadt nichts, Tausende Pendler saßen in U-Bahn-Stationen und in Delhis Finanzzentrum Connaught Place fest. Der Grund: 20 Gewerkschaften von Rikscha- und Taxifahrern hatten zum Streik aufgerufen, unbefristet wohlgemerkt. Ihr Protest richtet sich gegen Taxi-Services wie Ola und Uber. Ola ist eine indische Taxi-App mit mehr als 300 000 Taxen in hundert Städten, Uber bietet seine Dienste in vielen Städten weltweit an und wird auch in Deutschland kritisiert: Die Fahrer sind oft Privatpersonen ohne Lizenz. Indiens Rikschafahrer fürchten daher um ihre Existenz. Kishan Verma, Chef der Taxi-Gewerkschaft ADATTCU, sagte gegenüber der indischen Tageszeitung The Indian Express: "Uber und Ola haben keine Erlaubnis für ihre Taxen, aber die Regierung gestattet ihnen trotzdem, uns unsere Lebensgrundlage wegzunehmen." Ein Sprecher der Stadt Delhi entgegnete, man habe bereits beantragt, Ubers Server zu blockieren, doch das ginge nicht, schließlich stehe Ubers Hauptserver in den USA. Die Rikscha-Fahrer bereiten sich nun auf das Äußerste vor: "Wenn man uns nicht entgegen kommt, treten wir in den Hungerstreik."

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
benjamin michael
SZ-Magazin
»Wenn der Partner einen auf so einem Weg begleitet: Das gibt einem Urvertrauen«
Gesundheit
Was beim Abnehmen wirklich hilft
Bürogebäude von ThyssenKrupp in Essen
Karriere
"Im Arbeitsleben sind wir keine Familie"
Juli Zeh, Lanzarote 2018
Achtung: Pressebilder Luchterhand Verlag, nur zur einmaligen Verwendung am 04.04.2020!
Juli Zeh zur Corona-Krise
"Die Bestrafungstaktik ist bedenklich"
Inhaber der Paradiso Tanzbar, Jürgen Mair, am 19.12.2018 in München.
Ausgehen
"Da hab ich keine Angst"
Zur SZ-Startseite